In vielen vergangenen Krisen stürzten sich Privatanleger und Investoren auf Gold, um ihr Geld in Sicherheit zu bringen. Der Goldpreis ging durch die Decke. Angesichts der Corona-Krise ist der Preis für Gold zwar auf einem hohen Niveau. Zuletzt aber ging es für den einstigen sicheren Hafen bergab. Warum ist das so?

Am Freitag war es wieder soweit. Nachdem der Goldpreis sich zuletzt etwas erholt hatte, stand am späten Freitagabend ein dickes Minus zu Buche. Anfang der vergangenen Woche notierte der Preis für Gold bei rund 1.700 Dollar. Der Schlusskurs am 13. März 2020: 1.530,36 Dollar.

Gold als sicherer Hafen

Das ist zumindest auf den ersten Blick etwas ungewöhnlich. Schließlich galt Gold in der Vergangenheit in vielen Krisen, etwa in der Finanzkrise von 2008, als sicherer Hafen. Entsprechend ging es dann mit dem Goldpreis nach oben. Gold ist zwar aktuell so teuer wie noch selten in der Geschichte. Aber zuletzt verlor das Gold – zumindest in Dollar gerechnet – doch recht stark an Wert.

Aber das könnte sich noch ändern, je länger die durch den Corona-Virus induzierten Auswirkungen auf Wirtschaft und Finanzwelt anhalten. Die Aktienmärkte weltweit stürzten in den vergangenen Tagen in Rekordgeschwindigkeit ab. Der DAX etwa verlor in weniger als einer Handelswoche rund 20 Prozent an Wert – soviel wie seit 2008 nicht mehr.

Und DAX und Dow Jones dürften auch in den kommenden Wochen auf Tiefflug bleiben. So betonte Fondsmanager Hendrik Leber gegenüber Focus.de, dass der DAX-Absturz noch anhalten werde. Noch seien nicht alle schlechten Nachrichten eingepreist. Aber Leber weist auch darauf hin, dass die Märkte derzeit seiner Meinung nach überreagierten. So starke Auswirkungen, wie von den Börsianern eingepreist, werde das Virus nicht auf die Weltwirtschaft haben.

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Goldpreis: Investoren brauchen frisches Geld

Aber zurück zum Gold. Dessen aktuelle Entwicklung hängt auch damit zusammen, dass viele große Investoren jetzt frische Mittel benötigen, um ihre Verluste der vergangenen Wochen an der Börse auszugleichen. Daher lösen sie ihre Goldbestände auf. Viele Privatanleger dürften zudem noch einige Goldmünzen in Scheine umtauschen. Ebenfalls ein nicht zu verachtender Faktor is, dass der Dollar aktuell sehr stark ist. Auch das drückt den in Dollar geführten Goldpreis.

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Experten gehen davon aus, dass sich das System jetzt nachjustiere und dass der Goldpreis bald wieder steigen werde. Möglicherweise geht es in den nächsten Tagen aber noch ein bisschen weiter bergab. Ebenso wie bei den Aktien. Hier sucht sich Fondsmanager Leber übrigens schon die besten Stücke aus. Seiner Meinung nach sind einige Papiere derzeit schon unschlagbar günstig.

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veröffentlicht von Jörn Brien

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