Aktien haben in Deutschland bei vielen Anlegern keinen guten Ruf. Oftmals werden die Wertpapiere mit großen Verlusten in Verbindung gebracht. Das ist unter anderem darauf zurückzuführen, dass die Medien immer wieder berichten, dass der DAX oder andere Indizes an einem Tag deutlich zurückgegangen sind.

Tatsächlich sind dies meistens allerdings nur Tagesaufnahmen, denn im langjährigen Verlauf gibt es kaum ein anderes Investment, das mit einer durchschnittlich so guten Rendite wie Aktien bei gleichzeitig akzeptabler Sicherheit ausgezeichnet ist. Wir möchten daher im folgenden Beitrag darauf eingehen, welche Eigenschaften Aktien besitzen, mit welcher Rendite Sie rechnen können und warum insbesondere das Risiko oftmals überschätzt wird.

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Aktienanlage in anderen Ländern deutlich beliebter

Wenn man einmal andere Länder betrachtet, so wird schnell deutlich, dass dort die Anlage in Aktien oftmals wesentlich beliebter als in Deutschland ist. Klassische Beispiele sind zum Beispiel die Vereinigten Staaten, Schweden oder auch Japan. In diesen und anderen Ländern sind die Wertpapiere mittlerweile sogar teilweise in die Altersvorsorge integriert und werden staatlich gefördert.

Aber auch auf rein privater Basis sind beispielsweise viele US-Amerikaner schon früh Inhaber von Aktien und halten die Wertpapiere oft bis über die Rente hinaus im Depot. In Deutschland hingegen gibt es diesbezüglich noch erheblichen Nachholbedarf. Hierzulande hat nicht einmal jeder vierte Bundesbürger überhaupt schon einmal Aktien im Portfolio gehabt oder war in Aktienfonds investiert. Damit verschenken viele Anleger und Sparer gute Renditen und legen ihr Geld stattdessen in niedrig verzinsliche Anlageformen wie Festgeld oder Tagesgeld zu teilweise Zinssätzen von unter einem Prozent an.

Rendite von Aktien unbestritten

In einem Punkt sind sich selbst Kritiker und Anleger, die eher negativ gegenüber Aktien eingestellt sind, einig: die gute Rendite der Wertpapiere. Diese lässt sich anhand von Zahlen und Fakten nachvollziehen, sodass es diesbezüglich auch keine zwei Meinungen geben kann. Der DAX ist in der Hinsicht ein gutes Beispiel.

Eingeführt wurde der Deutsche Aktienindex mit Rückrechnung im Jahr 1987, wobei ein Punktestand von 1.000 Punkten festgeschrieben wurde. Seitdem ist der DAX in der Spitze auf über 13.000 Punkte gestiegen, was einer Gesamtrendite von stattlichen 1.300 Prozent entspricht. Rechnet man diese nun auf die letzten 32 Jahre herunter, ergibt sich daraus eine jährliche Rendite von mehr als acht Prozent.

Natürlich sollten Sie beachten, dass die Rendite der Aktien von mehreren Faktoren abhängig ist und es sich bei den zuvor genannten Zahlen nur um langfristige Durchschnittswerte handelt. Dies bedeutet, dass Sie selbstverständlich innerhalb einer Anlagedauer von wenigen Monaten bis einigen Jahren auch Verluste mit einer Aktienanlage erzielen können. Fairerweise muss man sagen, das prinzipiell auch Totalverluste nicht komplett ausgeschlossen werden können.

In der Übersicht sind es insbesondere die folgenden Faktoren, welche die Rendite einer Aktie beeinflussen:

• Kursgewinne
• Dividenden
• Laufzeit / Anlagedauer
• Standard- oder Nebenwerte
• Branche

Das Risiko bei der Aktienanlage: Knackpunkt für viele Anleger

Im Hinblick auf die Rendite gibt es im Grunde keinen Anlass, sich nicht für Aktien zu entscheiden. Bei der Sicherheit bzw. dem Risiko sieht das für viele Anleger gänzlich anders aus. Aktien werden nach wie vor häufig mit hohen Verlusten und gleichermaßen hohen Risiken in Verbindung gebracht.

Richtig ist allerdings, dass dies mit Einschränkungen in der Regel nur für kurze und eventuell noch mittlere Laufzeiten gilt. Es macht bezüglich des tatsächlichen Risikos einen erheblichen Unterschied, ob Sie die Wertpapiere beispielsweise zwei oder 15 Jahre im Depot haben.

An dieser Stelle ist wiederum der Deutsche Aktienindex ein sehr gutes Beispiel dafür, dass das Risiko einer Aktienanlage in hohem Maße von Ihrem Anlagehorizont abhängt. Sie können nämlich jeden beliebigen Zeitraum von mindestens zwölf Jahren wählen, seitdem der DAX existiert.

Sie werden seit 1987 keinen einzigen 12-Jahreszeitraum finden, in dem Sie mit der Anlage in deutsche Aktien aus dem DAX einen Verlust erlitten hätten. Dies lässt sich so oder ähnlich natürlich auch auf zahlreiche weitere Indizes weltweit übertragen

Es trifft unter anderem auf die folgenden Aktien-Indizes zu:

• Deutscher Aktienindex
• Don Jones Index
• Euro Stoxx 50
• Nikkei-Index

Wenn Sie allerdings nicht langfristig, sondern eher kurz oder mittelfristig investiert sind, ist das Risiko selbstverständlich höher. Auch bei einer langfristig positiven Entwicklung der Wertpapiere kann es vorkommen, dass über Monate oder sogar wenige Jahre hinweg in der Summe Verluste entstehen.

Daher kann man nicht sagen, dass das Aktien-Investment generell risikoarm wäre. Mit steigender Anlagedauer wird die Gefahr von Verlusten jedoch immer geringer. Zudem stehen Ihnen mehrere Möglichkeiten zur Auswahl, wie Sie aktiv dazu beitragen können, Kursverluste zu begrenzen.

Risiko der Aktienanlage durch Maßnahmen verringern

Es gibt verschiedene Optionen, wie Sie selbst als Anleger dazu beitragen können, das Gesamtrisiko Ihres Aktienportfolios zu reduzieren. Eine sehr hilfreiche und von Experten immer empfohlene Maßnahme ist die Diversifizierung. Das bedeutet, dass Sie keinesfalls Ihr gesamtes Kapital nur in einen Aktienwert anlegen, sondern sich beispielsweise für 4, 6 oder noch mehr unterschiedliche Aktientitel entscheiden.

Damit verteilen Sie das Risiko praktisch auf mehrere Schultern, sodass Kursverluste bei einer Aktie deutlich weniger ins Gewicht fallen. Falls Sie die Diversifizierung optimieren möchten, entscheiden Sie sich bewusst für unterschiedliche Aktienarten aus verschiedenen Branchen und Ländern.

Selektieren können Sie die Wertpapiere zum Beispiel nach den folgenden Kriterien:

• Standard- oder Nebenwerte
• Inlands- oder Auslandsaktien
• Branche
• Länder / Region
• Alter oder neuer Aktientitel
• Dividendenrendite

Umso mehr Sie Ihr Portfolio mischen, desto statistisch geringer ist ein höheres Verlustrisiko. Zudem haben Sie so die Möglichkeit, Ihre Gesamtrendite zu optimieren.

Aktiensparplan: für Sparer eine ideale Altersvorsorge

Beim Aktien-Investment in Deutschland gibt es nicht nur bei der Kapitalanlage Nachholbedarf. Gleiches gilt für den Vermögensaufbau. Hier sind die Anleger und Sparer in anderen Ländern ebenfalls deutlich weiter und freuen sich über eine langfristig gute Rendite. Dabei stehen mittlerweile mehrere Optionen zur Verfügung, wie Sie auch beim regelmäßigen Sparen von der Rendite der Wertpapiere profitieren können.

Dazu bieten die Banken aktuell insbesondere die folgenden Sparverträge an:

ETF-Sparplan
• Fondssparplan
• Aktiensparplan

Bei einem ETF- oder Fondssparplan investieren Sie indirekt in Aktien. Die Fondsanteile, die Sie erwerben, werden von einer Fondsgesellschaft ausgegeben. Diese wiederum investiertes Kapital der Anleger bei ETFs nahezu immer in Aktien (indiziert). Auch bei aktiv gemanagten Fonds handelt es sich bei vielen angebotenen Investmentfonds um Aktienfonds.

Noch direkter können Sie in die Wertpapiere investieren, wenn Sie sich für einen Aktiensparplan entscheiden. Dieser wird mittlerweile ebenfalls von immer mehr Kreditinstituten angeboten.

Wenn Sie das regelmäßige Sparen in Aktien zum Vermögensaufbau bzw. der privaten Altersvorsorge nutzen möchten, können Sie dies im Zuge eines Riester-Vertrages tun. Dabei profitieren Sie zusätzlich von der staatlichen Förderung.

Sicherlich ist an dieser Stelle auch der Staat etwas mehr gefragt, ganz bewusst die Anlage in Aktien, insbesondere zum privaten Vermögensaufbau, mehr und gezielt zu fördern. Sinnvoll wäre dies. Denn bei akzeptabler Sicherheit sind Aktienwerte definitiv beim langfristigen Anlagehorizont eine sehr gute und rentable Investition.

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veröffentlicht von Redaktion

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