Angesichts wirtschaftlicher Unsicherheit, in Zeiten kriegerischer Auseinandersetzungen oder bei anhaltender Inflation ist Gold als Anlageobjekt in den vergangenen Jahrhunderten stets die richtige Wahl gewesen. Und auch heute scheinen Investments in das begehrte Edelmetall keine schlechte Idee zu sein. Man denke nur an die anhaltend niedrigen Leitzinsen, steigende Importzölle und einem sich allmählich abzeichnenden Bärenmarkt an der Börse.

Der Goldpreis ist aber nicht nur an derartige News gekoppelt. Den Preis bestimmen vor allem Angebot und Nachfrage. Entsprechend liegen hier natürlich noch weitere Potenziale hinsichtlich der Wertentwicklung verborgen. Und so spielt vor allem die weltweite Fördermenge eine wichtige Rolle bei der Ermittlung des Goldpreises. Die weltweit größten Goldförderernationen sind China, Australien, die USA, Kanada und Südafrika. Diese Nationen beherbergen riesige Minengesellschaften. Diese haben sich die Förderung des Edelmetalls zur Aufgabe gemacht. Potenzielle Goldanleger können von einer Beteiligung an diesen Konzernen beispielsweise profitieren.

Es gibt aber auch noch weitere Möglichkeiten, als Anleger durch die Wertentwicklung des Goldes Gewinne zu erzielen. Hier kommen zum Beispiel physische Goldbarren, Goldmünzen oder auch Aktien von Minen-Gesellschaften in Frage. Wir haben uns die verschiedenen Möglichkeiten, in Gold zu investieren einmal genauer angeschaut und möchten in den folgenden Abschnitten nützliche Tipps und Tricks für den Goldkauf als Wertanlage mit auf den Weg geben.

Physisch in Gold investieren mit Goldmünzen oder Goldbarren

Goldmünzen oder Goldbarren können potenzielle Anleger bei vielen Geschäftsbanken oder Online-Händlern zum jeweiligen Tageskurs erwerben. Dabei sollte jedoch vor allem auf die Seriosität des entsprechenden Verkäufers geachtet werden, da in diesem Bereich oftmals Fälschungen im Umlauf gebracht werden. Eine derartige Form, in Gold zu investieren, zahlt sich hauptsächlich in Krisenzeiten aus. Das liegt daran, dass der Anleger Gold in physischer Form jederzeit verfügbar hat und gegen andere Sachwerte eintauschen kann.

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Goldmünzen und Goldbarren werden in diesem Fall einfach sicher zu Hause verwahrt. Das stellt aber ebenso ein potenzielles Risiko dar. Abhilfe können da etwa auch Bankschließfächer bieten, die viele Geschäftsbanken anbieten. Dort lässt sich das physische Gold sicher verwahren. Als nachteilig erweist sich beim Kauf von physischem Gold aber in der Regel die große Differenz zwischen tatsächlichen Goldpreis und dem jeweiligen Ein- und Verkaufspreis. Hier kommt es stellenweise zu Schwankungen von 8 bis 10 Prozent.

Beläuft sich der Wert einer Goldmünze beispielsweise auf 1.000 Euro, so kann man diese in der Regel für 1.050 Euro erwerben und für 950 Euro wieder verkaufen. Das gilt aber nur, wenn diese keinerlei Wertsteigerung oder Wertverlust unterliegen. Dieser Effekt der hohen An- und Verkaufsspannen kommt bei kleinen Stückelungen, etwa bei Grammbarren oder Goldmünzen mit geringem Goldwert, noch wesentlich stärker zum Tragen. Im Falle des physischen Goldes muss der potenzielle Anleger also zunächst den Verlust der An- und Verkaufsspanne sowie entsprechende Spesen gutmachen. Erst dann kann man pari aus dem etwaigen Geschäft mit dem Gold herausgehen.

In Gold investieren über Aktien von Goldminen-Gesellschaften

Indirekt am Goldpreis profitieren können potenzielle Anleger aber auch über den Kauf von – im Bestfall sogar noch Dividenden-abwerfenden – Aktien von Goldminen-Gesellschaften. Hier sind unter anderem die größten Goldproduzenten, die Goldcorp oder Yamana Gold zu nennen, auf die Anleger setzen können. Durch einen steigenden Goldpreis werden die Gewinne der Minen in der Regel gehebelt und steigen überproportional zum gestiegenen Goldpreis.

Das heißt im schlimmsten Fall aber auch, dass auch die Verluste potenziell stärker ausfallen könnten, sollte der Goldpreis unerwartet stark fallen. Für Investoren, die eine Geldmarktinflation bevorstehen sehen und in diesem Zusammenhang mit dem Zusammenbruch des etwaigen Finanzsystems rechnen, sind derartige Goldminen-Aktien aber durchaus attraktiv. Ein möglicher Nachteil beim Investieren in einzelne Minengesellschaften könnte allerdings das konzentrierte Risiko sein, das den Anleger hier konfrontiert. Sinken die Förderraten, brechen beispielsweise auch die Gewinne und damit die Aktienkurse der jeweiligen Minengesellschaft rapide ein.

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Risiko gering halten: Zertifikate oder Goldminenfonds

Eine Alternative zum physischen Gold oder zum Investieren in Gold-Einzelaktien bieten seit wenigen Jahren Goldminenfonds oder Gold-Zertifikate wie zum Beispiel jene der Erste Bank. Damit kann man auf einen umfangreichen Goldminen-Aktienkorb setzen, um durch diese Streuung das potenzielle Einzelaktienrisiko zu minimieren. Ein derartiger Goldminenfond besteht dabei aus einer Vielzahl von Goldminenaktien oder Zertifikate. Diese wählt eine Investmentgesellschaft unter verschiedenen Kriterien aus und bewertet sie. Dann fügt sie die Aktien dem entsprechenden Fonds hinzu oder entnimmt sie wieder.

Eine weitere Möglichkeit stellen hier offene Goldminenfonds wie beispielsweise ETCs (“Electronic Traded Commodities”) dar. In diese kann sich der potenzielle Anleger jederzeit zum jeweiligen Tageskurs einkaufen und diese zu jedem Zeitpunkt auch wieder verkaufen. Goldminenfonds können entweder thesaurierend oder ausschüttend sein. Bei ersteren reinvestiert man die Gewinne aus dem Fonds automatisch wieder. Ausschüttende Fonds schütten in regelmäßigen Abständen Gewinne an ihre Anteilseigner aus.

Ein Investment in Gold-ETCs stellt damit eine bequeme und vor allem auch risikoarme Alternative zum physischen Gold oder zum Kauf von Gold-Einzelaktien dar. Auch Kleinsparer können die ETCs mit nur geringem Investment-Budget nutzen, da hier die Spesen entsprechend gering ausfallen.

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(Den Artikel aus dem Jahr 2018 haben wir am 22. Februar 2020 aktualisiert.)

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veröffentlicht von Sanja

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