Anzeige

Der Solidaritätszuschlag wird ab 2021 gestrichen. Das hat der Bundestag am Donnerstag beschlossen. Die auch als „Soli“ bezeichnete Abgabe ist dann für 90 Prozent der Deutschen Geschichte. Wir sagen Ihnen, wie viel Geld Sie dann sparen.

1991 führte die Bundesregierung den Solidaritätszuschlag („Soli“) zur Finanzierung des Solidaritätspaktes ein. In dessen Rahmen flossen in den vergangenen Jahren mehr als 200 Milliarden Euro in die neuen Bundesländer. Anders als viele Kritiker behaupten, zahlten den Zuschlage auch die Bundesbürger im Osten der Republik. Der Soli beläuft sich derzeit noch auf 5,5 Prozent auf Lohn- und Kapitalertragssteuer sowie auf die Körperschaftssteuer.

Jetzt ist der Solidaritätspakt Geschichte und damit soll auch der Soli. Ab 2021 wird der Solidaritätszuschlag gestrichen – zumindest für rund 90 Prozent der Bundesbürger. Damit verzichtet der Bund auf knapp elf Milliarden Euro im ersten Jahr, wie das Handelsblatt schreibt. 18,9 Milliarden Euro hat der Staat demnach 2018 durch den Soli eingenommen.

Soli weg: Wie viel bleibt mehr?

Das künftig nicht mehr abzugebende Geld kommt direkt uns allen zugute. Es sei denn, Sie verdienen so viel, dass Sie als Single rund 17.000 Euro Einkommensteuer im Jahr zahlen. Steuerzahler, die als Ehepaar veranlagt sind, werden vom Soli befreit, wenn sie weniger als rund 34.000 Euro Einkommensteuer pro Jahr zahlen. Zunächst zahlen nur die oberen 3,5 den vollen Soli-Betrag von weiterhin 5,5 Prozent. Die darunter liegenden 6,5 Prozent zahlen den Soli nur noch teilweise. Der Betrag wird aber nach und nach ansteigen.

Anzeige

Weil die Einkommensteuer variiert, je nachdem, welche Freibeträge Sie in Anspruch nehmen können, ist nur ungefähr zu sagen, ab welchem Einkommen der Soli wegfällt. Laut Finanzministerium würde bis zu einem Bruttojahreslohn von knapp 74.000 für ledige sozialversichungspflichtige Arbeitnehmer ab 2021 kein Soli anfallen.

Die wichtigste Frage ist natürlich: Wie viel Geld kann ich nach der Abschaffung des Soli sparen?

Focus Online hat die Einsparung für einen in Vollzeit arbeitenden Durchschnittsverdiener durchgerechnet. Dieser verdient durchschnittlich 3.770 Euro brutto im Monat. Die Einkommensteuer beläuft sich dann auf gut 8.400 Euro. Nach der Abschaffung des Soli würde dieser Durchschnittsverdiener 408 Euro sparen.

Das Ifo-Institut gibt folgende Einsparungsmöglichkeiten an. Die Experten haben das für die FAZ berechnet. Demnach könnten kinderlose Singles in der Spitze bis zu 900 Euro im Jahr einsparen. Ehepaare mit zwei Kindern, die gemeinsam veranlagt werden, könnten jährlich bis zu 1.800 Euro sparen. Das wäre ein prima Zuschuss für den Urlaub oder die Weihnachtsgeschenke. Vielleicht würde davon auch die deutsche Wirtschaft profitieren.

Ebenfalls interessant: Einkommen im Vergleich: Interaktive Grafik zeigt, wie wohlhabend Sie sind

Verwandte Meldungen
Wichtiger Hinweis:
Alle Artikel unseres Magazins Die Wirtschaftsnews dienen der Information. Unsere Artikel verfassen wir unabhängig, sorgfältig und nach bestem Wissen und Gewissen. Die Redaktion übernimmt keine Haftung oder Gewähr für die Vollständigkeit der Inhalte. Wir übernehmen mit unseren Inhalten keine Beratungsfunktion, weder Anlage- noch Rechtsberatung. Unsere Empfehlungen erfolgen nach unseren Maßstäben. Ihr als Leser solltet sie aber eigenverantwortlich nutzen. Bei Bedarf wendet euch bitte an fachspezifische Experten. Speziell bei Artikeln zu Aktien oder Kryptowährungen handelt es sich ausdrücklich um Informationen zum Thema, nicht um eine Kaufempfehlung. Aktienkurse und die Preise von digitalen Währungen können sehr volatil sein, Verluste sind immer möglich. Einsteiger sollten nur soviel Geld investieren, wie sie in jedem Fall verschmerzen können.

veröffentlicht von Jörn

Jörn Brien ist Chefredakteur und Betreiber von Die Wirtschaftsnews – deinem Ratgeber für Aktien und Kryptowährungen. Der Journalist arbeitet(e) für verschiedene namhafte Publikationen in Deutschland und Österreich, darunter Golem, Kurier, t3n, e-media, Futurezone und pressetext. Darüber hinaus betreibt er den Online-Buchshop Meine Buchhandlung Wien und mehrere Facebook-Gruppen sowie Blogs.

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.