Bitcoin verbraucht nicht nur riesige Mengen an Energie, sondern verursacht auch jede Menge Elektromüll. Pro Jahr soll allein das Bitcoin-Mining, also das Schürfen der Kryptowährung, für mehr als 30 Kilotonnen E-Müll verantwortlich sein.

Bitcoin sei ein Sargnagel für den Klimawandel, befand das Forbes-Magazin schon 2018. Seitdem hat sich der Stromverbrauch für das Schürfen der wichtigsten Digitalwährung der Welt nur noch erhöht. Sogar Krypto-Fan Elon Musk, der im Frühjahr zunächst Zahlungen per Bitcoin bei dem Elektroautobauer Tesla erlaubte, stoppte das wenig später wieder mit Verweis auf den hohen Stromverbrauch.

Bitcoin-Mining verbraucht soviel Energie wie die Niederlande

Dem sogenannten Cambridge Bitcoin Electricity Consumption Index zufolge verbraucht das Bitcoin-Mining pro Jahr 100 Terawattstunden Strom. Das entspricht in etwa dem Verbrauch der Niederlande. Allerdings liegt der jährliche Stromverbrauch beim Gold-Mining noch darüber – nämlich bei 131 Terawattstunden. Noch ein Vergleich: Deutschland hat einen jährlichen Stromverbrauch von knapp 500 Terawattstunden.

Der Energiehunger des Bitcoin ist aber nicht das einzige Problem. Einer aktuellen Studie nach produzieren Miner auch eine enorme Menge an Elektromüll. Der Grund: Die Miner tauschen regelmäßig ihre Mining-Hardware aus, um mit den anderen Schürfern mithalten zu können.

Pro Jahr soll sich dieser E-Müll-Berg auf mehr als 30 Kilotonnen belaufen, wie der Standard berichtet. Zur Einordnung: Diese 30 Kilotonnen entsprechen ungefähr jener Menge an E-Müll, der in den Niederlanden durch kleinere Telekommunikations- und IT-Ausrüstung anfällt.

Über 100 Millionen Transaktionen jährlich

Um die enormen Müllberge zu veranschaulichen, haben die Studienmacher den durch Mining erzeugten Elektromüll auf eine Transaktion der Kryptowährung umgerechnet. Die entspricht dem anfallenden E-Müll von zwei weggeworfenen iPhones. Multipliziert man nun die zwei iPhones mit über 100 Millionen Bitcoin-Transaktionen, kommt man auf die bereits angeführten mehr als 30 Kilotonnen jährlich.

E-Müll: Giftige Chemikalien und Schwermetalle

Das Bitcoin-Mining führt allerdings nicht nur zu mehr Elektromüll, sondern hat ebenfalls weitere, für die Umwelt sehr schädlich Aspekte. Zu nennen sind insbesondere Schwermetalle und giftige Chemikalien, die bei der Entsorgung entstehen. Damit ist eine zunehmende Luft- und Wasserverschmutzung faktisch vorprogrammiert.

Bitcoin-Mining: Proof-of-Stake als Alternative

Nicht nur Umweltschützer fordern dringend Alternativen zum herkömmlichen Bitcoin-Mining, eben aus den zuvor angesprochenen Gründen. Laut Experten ist insbesondere eine Umstellung beim Mining-Prozess sinnvoll, vor allen Dingen auf die Methode Proof-of-Stake.

Diese ist wesentlich Energie schonender und wird beispielsweise von einer der Top-10-Kryptowährungen, nämlich Cardano, genutzt. Auch Ethereum ist gerade auf dem Weg zu Proof of Stake.

veröffentlicht von Jörn

Jörn Brien ist Chefredakteur und Betreiber von Die Wirtschaftsnews – deinem Ratgeber für Aktien und Kryptowährungen. Der Journalist arbeitet(e) für verschiedene namhafte Publikationen in Deutschland und Österreich, darunter Golem, Kurier, t3n, e-media, Futurezone und pressetext. Darüber hinaus betreibt er den Online-Buchshop Meine Buchhandlung Wien und mehrere Facebook-Gruppen sowie Blogs.

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