Eine deutliche Mehrheit der Deutschen haben eigenen Angaben zufolge ihr Konsumverhalten wegen des Klimawandels geändert. Das betrifft vor allem das bewusstere Einkaufen von Lebensmitteln. Aber auch beim Reisen oder dem Energie- und Wasserverbrauch wollen die Deutschen sich neu aufgestellt haben.

Der Klimawandel und seine möglicherweise drastischen Folgen scheint nicht nur der Klimaaktivistin Greta Thunberg und ihren Mitstreitern Sorgen zu machen. Eine deutliche Mehrheit der Deutschen hat sich offenbar anstecken lassen. Laut einer Befragung des Markt- und Meinungsforschungsinstitus Ipsos gaben 60 Prozent der Deutschen an, ihr Verhalten aus Sorge um den Klimawandel geändert zu haben.

Zwei Drittel ändern Konsumverhalten

Weltweit wollen übrigens sogar 69 Prozent ihr Verhalten geändert haben. Am höchsten ist der Anteil in Indien (88 Prozent), Mexiko (86 Prozent), Chile (86 Prozent), China (85 Prozent), Malaysia (85 Prozent) und Peru (84 Prozent). Nur 31 Prozent sind es dagegen in Japan – dem laut Umfrage einzigen Land ohne Mehrheit für eine Änderung des Verhaltens.

Weltweit stehen übrigens der Wasserverbrauch, das Recycling und die Einsparung von Energie ganz oben auf der Maßnahmenliste. In Deutschland geht es dagegen insbesondere um den bewussten Einkauf von Lebensmitteln. Dabei achten die Deutschen auf Art, Marke und Herkunft der Produkte. Darüber hinaus geht es in Deutschland aber auch um den Energieverbrauch und das Recycling.

Innerdeutsche Flugreisen rückläufig

Beim privaten Reisen haben immerhin 41 Prozent derjenigen, die ihr Verhalten im Sinne des Klimaschutzes geändert haben, angesetzt. Weltweit beträgt dieser Anteil lediglich 29 Prozent. 2019 hatte es etwa bei Flügen innerhalb zum zweiten Mal in Folge einen Rückgang bei den Passagierzahlen gegeben. Auch der Europaverkehr geht seit September zurück. Das soll aber weniger an der Flugscham wegen des Klimawandels gelegen haben. Vielmehr seien die Preise und die Ausdünnung des Angebots verantwortlich, heißt es.

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Ipsos hat die Umfrage “Climate Change and Consumer Behavior” zwischen dem 25. Oktober und dem 8. November 2019 über die Online-Plattform Global Advisor durchgeführt. Befragt wurden rund 20.000 Erwachsene in knapp 30 Ländern, darunter Deutschland.

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veröffentlicht von Jörn Brien

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