Auch wenn etwa Online-Händler Amazon seinen Prime-Kunden verspricht, die Pakete schon am Tag nach der Bestellung zu liefern, sieht die Entwicklung bei den Zustellungen eher negativ aus. Mittlerweile dauert es durchschnittlich drei Werktage, bis eine Sendung den Empfänger erreicht hat. Dies lässt sich anhand mehrerer Auswertungen erkennen, hat allerdings durchaus plausible Gründe.

Corona-Pandemie verlängert Pakete-Lieferzeit

Ein Hauptgrund für die längere Lieferdauer von Paketen ist definitiv die Corona-Pandemie. Dies ergeben mehrere Auswertungen. Diese kommen insbesondere zu dem Ergebnis, dass sich der Zeitraum zwischen Bestellung und Ankunft beim Empfänger zum Teil um zwei Tage verlängert hat.

Immerhin kamen knapp die Hälfte der Bestellungen zu Beginn der Pandemie noch am nächsten Tag beim Empfänger an. Der Grund für die inzwischen deutlich verlängerte Lieferzeit ist plausibel. Denn unter anderem aufgrund von Homeoffice bestellen mittlerweile deutlich mehr Verbraucher als ohnehin schon ihre Waren im Internet.

Lockdowns treiben Verbraucher zur Online-Bestellung

Dazu trugen selbstverständlich ebenso die verschiedenen Lockdowns bei, in denen – außer Geschäfte des täglichen Bedarfs – zahlreiche Kaufhäuser und andere Geschäfte geschlossen hatten. Dass dies bei mittlerweile wieder geöffneten Geschäften immer noch so ist, hat vermutlich mit dem zum Teil veränderten Kaufverhalten der Verbraucher zu tun.

Viele, die früher noch ein Geschäft ausgesucht haben, sind inzwischen beim Online-Handel geblieben, wie t3n.de berichtet. Die Folge: Das Paket-Aufkommen ist beträchtlich gestiegen. Insbesondere in der Vorweihnachtszeit ächzen die Paket-Lieferanten.

Längere Lieferzeiten durch Zustellungs- und Verteilungsfehler

Ein zweiter, ebenfalls gravierender Grund für die verlängerten Lieferzeiten, sind zumindest im ersten Anlauf falsche Sortierungen und die Auswahl fehlerhafter Depots für die Lagerung der Sendungen. Das wiederum führen Experten unter anderem darauf zurück, dass Online-Händler wie Amazon mittlerweile nicht weniger als drei bis fünf unterschiedliche Logistikunternehmen mit der Lieferung beauftragen.

So bindet der E-Commerce-Riese beispielsweise neben DHL und Hermes auch seinen eigenen Lieferdienst immer öfter ein. Dabei kommt es naturgemäß zu Fehlern und falschen Sendungen, die erst über Umwege verspätet zum Empfänger gelangen. Es handelt sich allerdings keineswegs um ein spezielles Problem großer Online-Händler. Im Grunde ist die gesamte Branche davon betroffen.

veröffentlicht von Jörn

Jörn Brien ist Chefredakteur und Betreiber von Die Wirtschaftsnews – deinem Ratgeber für Aktien und Kryptowährungen. Der Journalist arbeitet(e) für verschiedene namhafte Publikationen in Deutschland und Österreich, darunter Golem, Kurier, t3n, e-media, Futurezone und pressetext. Darüber hinaus betreibt er den Online-Buchshop Meine Buchhandlung Wien und mehrere Facebook-Gruppen sowie Blogs.

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