Anzeige

Die Corona-Krise hat weltweit die Aktienmärkte zum Absturz gebracht – jetzt wollen Spekulanten Profit aus den gesunkenen Börsenwerten schlagen. Im Fokus stehen dabei auch DAX-Konzerne. Ganz besonders schlimm scheint es derzeit den Softwarekonzern SAP zu treffen.

Milliardenschwere Wetten auf den weiteren Kursverfall – dieses fiese Spiel treiben derzeit Spekulanten. Dabei setzen sie auf sinkende Kurse bei einzelnen Unternehmen vor dem Hintergrund der Corona-Krise. Im Fokus stehen dabei Firmen aus Europa, insbesondere solche aus Frankreich, Italien und Deutschland. Ein besonders groß angelegter Angriff kommt dabei von dem Hedgefonds Bridgewater Associates, wie Welt Online schreibt.

14 Milliarden Dollar gegen DAX-Konzerne

Bridgewater hat laut Mitteilungen, die Bloomberg gesammelt hat, in wenigen Tagen 14 Milliarden Dollar gesetzt, um von weiter fallenden Kursen zu profitieren. Am härtesten attackiert wurden demnach wichtige DAX-Konzerne wie SAP, Bayer, Allianz, Wirecard oder Siemens. Allein rund eine Milliarden Dollar wettet die von dem Milliardär Ray Dalio geführte Investmentfirma auf einen Kursverfall der SAP-Aktie. Der Halbleiterspezialist ASML muss eine Wette mit einem Volumen von 715 Millionen Dollar gegen sich abwehren.

Den Vorgang, mit dem Hedgefonds und sogenannte Shortseller hierbei Geld machen, wird auch als Leerverkäufe bezeichnet. Dabei wetten die Shortseller auf sinkende Kurse, etwa in Phasen einer eingetrübten Konjunktur oder wenn eine Aktie überwertet zu sein scheint. Auch Tesla kämpft seit Jahren mit solchen Shortsellern, die auf einen Absturz der Aktie des Elektroautobauers setzen. Die Shortseller leihen sich jedenfalls Aktien von Fondsgesellschaften und verkaufen diese an der Börse. Wenn der Kurs dann fällt, können sie die geliehenen Aktien später günstiger wieder einkaufen – die Differenz streichen sie ein.

Anzeige

Shortseller verdienen in Krisenzeiten

Wer rechtzeitig auf einen Aktienverfall gewettet hat, konnte in den vergangenen Wochen gutes Geld verdienen. Allein der DAX hat seit Mitte Februar rund ein Drittel seines Wertes verloren. Einige Unternehmen wie die Deutsche Bank, die Allianz oder die Lufthansa aber haben überdurchschnittlich stark verloren. Bei diesen Aktien sollen sich laut Welt Online auch besonders viele Leerverkäufer tummeln – und die Abwärtsbewegung beschleunigen.

Dabei stehen Hedgefonds derzeit selbst unter Druck. Denn auch sie haben viel Geld verloren. Seit Jahresanfang hat etwa der Pure Alpha Fund II, der größte Bridgewater-Fonds, 20 Prozent an Wert verloren. Bridgewater soll Beobachtern zufolge verstärkt auf falsche Entwicklungen gesetzt haben.

Daimler im Visier der Konkurrenz aus China

DAX-Konzernen droht aber in Krisenzeiten noch eine ganz andere Gefahr als Shortseller. So fürchtet etwa Daimler, dessen Börsenwert zuletzt arg gelitten hatte, eine Übernahme durch den chinesischen Großaktionär Geely. Dessen Haupteigentümer Li Shufu hält seit Februar 2018 knapp zehn Prozent der Daimler-Anteile. Derzeit sollen sich chinesische Großaktionäre weitere Aktienpakete sichern, wie das Manager-Magazin berichtet.

Ebenfalls interessant: Anlage-Tipp – Diese Stay-at-Home-Aktien könnten vom Coronavirus profitieren

Verwandte Meldungen
Wichtiger Hinweis:
Alle Artikel unseres Magazins Die Wirtschaftsnews dienen der Information. Unsere Artikel verfassen wir unabhängig, sorgfältig und nach bestem Wissen und Gewissen. Die Redaktion übernimmt keine Haftung oder Gewähr für die Vollständigkeit der Inhalte. Wir übernehmen mit unseren Inhalten keine Beratungsfunktion, weder Anlage- noch Rechtsberatung. Unsere Empfehlungen erfolgen nach unseren Maßstäben. Ihr als Leser solltet sie aber eigenverantwortlich nutzen. Bei Bedarf wendet euch bitte an fachspezifische Experten. Speziell bei Artikeln zu Aktien oder Kryptowährungen handelt es sich ausdrücklich um Informationen zum Thema, nicht um eine Kaufempfehlung. Aktienkurse und die Preise von digitalen Währungen können sehr volatil sein, Verluste sind immer möglich. Einsteiger sollten nur soviel Geld investieren, wie sie in jedem Fall verschmerzen können.

veröffentlicht von Jörn

Jörn Brien ist Chefredakteur und Betreiber von Die Wirtschaftsnews – deinem Ratgeber für Aktien und Kryptowährungen. Der Journalist arbeitet(e) für verschiedene namhafte Publikationen in Deutschland und Österreich, darunter Golem, Kurier, t3n, e-media, Futurezone und pressetext. Darüber hinaus betreibt er den Online-Buchshop Meine Buchhandlung Wien und mehrere Facebook-Gruppen sowie Blogs.

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.