Im Mammutprozess rund um den Börsengang der Deutschen Telekom ist nach vielen Jahren endlich ein Ende in Sicht. Nicht weniger als zwei Jahrzehnte hat der Anlegerprozess bisher gedauert. Voraussichtlich findet das Verfahren bald mit einem Vergleichsangebot seitens des deutschen Telekommunikationskonzern sein Ende.

Der Prozess um hohe Kursverluste beim Börsenstart der Telekom-Aktie (Volksaktie) im Jahr 2000 dauert jetzt schon viele Jahre. Jetzt ist ein Ende nah. Das Prozessende dürfte allerdings nicht in den kommenden Monaten kommen. Denn laut Angaben des Manager-Magazins plant die Telekom, den über betroffenen 16.000 Anlegern bis spätestens Mitte des kommenden Jahres ein Angebot zu unterbreiten.

Angebot in dreistelliger Millionenhöhe an Tausende Anleger

Im Prozess selbst geht es um die zum Teil hohen Kursverluste, die zahlreichen Anlegern aufgrund des dritten Börsengangs der Telekom entstanden sind. Experten rechnen damit, dass das Vergleichsangebot zu Aufwendungen in dreistelliger Millionenhöhe für den Konzern führen dürfte.

Das Oberlandesgericht Frankfurt, vor dem der Mammutprozess geführt wird, hat dem Vorschlag der Telekom bereits zugestimmt. Gleichzeitig empfehlen die Richter den Klägern, das Angebot der Telekom anzunehmen. Ebenfalls für die Annahme des Angebotes spricht sich die Rechtsanwaltskanzlei aus, die mit der Vertretung des sogenannten Musterklägers beauftragt ist.

Deutsche Telekom erstattet Kaufkosten abzüglich Dividenden

Das Vergleichsangebot der Telekom beinhaltet, dass Anleger ihre ursprünglichen Kaufkosten nach Abzug bereits gezahlter Dividenden in vollem Umfang zurückerhalten. Die Telekom gehört übrigens zu den größten Dividenden-Zahlern der Welt. Betroffen davon sind voraussichtlich sämtliche Aktionäre, welche die Telekom-Aktien im Zeitraum zwischen Mai und Dezember 2000 erworben hatten.

Da zahlreiche Anleger die Papiere mittlerweile nicht mehr im Depot haben, wird dementsprechend der Unterschied zwischen dem damaligen Kauf- und dem erzielten Verkaufspreis (wiederum nach Abzug der Dividende) erstattet. Darüber hinaus ist die Telekom dazu bereit, ebenfalls die entstandenen Gerichts- und Anwaltskosten an die Kläger zu zahlen.

Volksaktie: Telekom-Aktie boomt erst – und stürzt dann ab

Zur damaligen Zeit, insbesondere nach dem 1. Börsengang 1996, löste die Telekom-Aktie als sogenannte Volksaktie eine Art Boom aus. Damals investierten viele Tausend Anleger erstmals überhaupt in Aktien. Umso negativer – auch auf längere Sicht – war es, dass der Kurswert der Telekom-Anteile nach einem Hype-Start deutlich abstürzte.

Ausgehend von einem ersten Preis in Höhe von umgerechnet mehr als 65 Euro ging es schnell auf über 100 Euro nach oben, bevor der Aktienkurs dauerhaft einbrach. Derzeit ist der Anteilschein der Telekom lediglich noch etwa 17 Euro wert. Seit 2001 pendelt die Aktie zwischen unter 10 bis maximal 19 Euro.

veröffentlicht von Jörn

Jörn Brien ist Chefredakteur und Betreiber von Die Wirtschaftsnews – deinem Ratgeber für Aktien und Kryptowährungen. Der Journalist arbeitet(e) für verschiedene namhafte Publikationen in Deutschland und Österreich, darunter Golem, Kurier, t3n, e-media, Futurezone und pressetext. Darüber hinaus betreibt er den Online-Buchshop Meine Buchhandlung Wien und mehrere Facebook-Gruppen sowie Blogs.

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