Die Smart Beta-ETFs sind eine sehr neue Form der Indexfonds, eine Mischung aus passivem und aktivem Fonds. Die Anlagealternative stellen wir Ihnen im folgenden Beitrag vor. Immer mehr Anleger und Sparer entdecken die sogenannten Indexfonds, die auch unter der Bezeichnung Passivfonds oder ETFs bekannt sind, für sich. Gab es zu Beginn nur etwa 50 ETFs zur Auswahl, so werden von verschiedenen Anbietern mittlerweile mehr als 1.000 unterschiedliche Indexfonds zur Verfügung gestellt. Dabei gibt es in diesem Bereich stets Weiterentwicklungen.

Hintergrund: Worum handelt es sich bei Indexfonds?

Bevor wir näher auf die modernen Smart Beta-ETFs eingehen, möchten wir allen Lesern, die vielleicht noch nicht wissen, worum es sich eigentlich bei Indexfonds (ETFs) handelt, einige Informationen an die Hand geben. Die ETFs (Exchange Traded Funds) werden deshalb als Indexfonds bezeichnet, weil es kein aktives Management gibt. Stattdessen hat der Fondsmanager ausschließlich die Aufgabe, einen Index, oftmals einen Aktienindex, im Portfolio nachzubilden. Handelt es sich demzufolge beispielsweise um ein DAX-ETF, kauft der Fondsmanager die 30 im DAX befindlichen Aktien, um den Index nachzubilden. Für Anleger bedeutet dies, dass sie einerseits zwar eine breite Streuung ihres Kapitals erzielen, auf der anderen Seite allerdings für gewöhnlich nicht die Chance haben, besser als ein Index abzuschneiden, der wiederum eine Art Marktdurchschnitt ist. Besonders vorteilhaft an ETFs, was auch für die große Beliebtheit verantwortlich ist, sind vor allem die günstigeren Kosten im Vergleich zu aktiv gemanagten Fonds und die Einfachheit des Produktes. Im Gegensatz zu aktiv gemanagten Fonds können die Anteile der ETFs an der Börse gehandelt werden.

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Unterschied zwischen ETFs und aktiv gemanagten Fonds

Um die von uns vorgestellten Smart Beta-ETFs besser verstehen zu können, sollten Sie wissen, worin sich eigentlich Indexfonds und aktiv gemanagte Fonds unterscheiden. Der wesentliche Unterschied besteht darin, dass eben ETFs lediglich einen Index passiv nachbilden, während der Fondsmanager bei aktiv gemanagten Fonds selbst entscheiden kann, welche Aktie er beispielsweise ins Portfolio aufnehmen möchte. Daraus wiederum resultiert ein weiterer Unterschied:  für gewöhnlich fallen bei aktiv gemanagten Fonds für den Anleger mehr Kosten als bei Indexfonds an. Anders ausgedrückt: Durch das passive Management bei den ETFs wird eine durchschnittliche Marktrendite erzielt, während beim aktiv gemanagten Fonds, aufgrund der Entscheidung der Fondsmanager, auch eine noch attraktivere Rendite erzielt werden kann.

Worum handelt es sich bei den Smart Beta-ETFs?

Smart Beta-ETFs zählen zu den neuen Indexfonds, die eine Mischung zwischen ETFs und aktiv gemanagten Fonds darstellen. Sie vereinen auf gewisse Art und Weise beide Welten miteinander. Das wesentliche Ziel der Smart Beta-ETFs besteht darin, bestimmte Marktbewegungen und Unregelmäßigkeiten zu nutzen. Das ist bei gewöhnlichen ETFs nicht möglich. Der normale Indexfonds bildet den Index passiv nach bestimmten Regeln nach. Er kann so nicht auf bestimmte Geschehnisse am Markt reagieren. Exakt diese ungewöhnlichen Begebenheiten sollen durch die Smart Beta-ETFs genutzt werden können. Jetzt stellen Sie sich vermutlich die Frage, was unter solchen Unregelmäßigkeiten und Anomalien zu verstehen ist?

In erster Linie kann es sich dabei zum Beispiel um die folgenden Punkte handeln:

  • Unterbewertete Aktien
  • Äußerst profitable Aktiengesellschaften
  • Exotische Aktiengesellschaften
  • Outperformer (bessere Entwicklung als der Marktdurchschnitt)

All diese Aktien könnten über gewöhnliche ETFs nicht abgebildet werden, sondern lediglich durch aktiv gemanagte Fonds. Somit sind Smart Beta-ETFs zwar grundsätzlich Indexfonds. Sie basieren allerdings nicht auf einem Standardindex, sondern haben im Prinzip ihren eigenen Index als Grundlage. Die Zusammensetzung der Aktien für diesen Index wiederum wird vom jeweiligen Fondsmanager beschlossen. Sodass hier die aktive Management-Variante zum Tragen kommt.

Abweichende Gewichtung oder alternative Selektion der Wertpapiere

Die bisher am Markt befindlichen Smart Beta-ETFs lassen sich in zwei große Gruppen einteilen. Auf der einen Seite existieren Anbieter, die zwar wie gewöhnliche ETFs einen bestimmten Standardindex abbilden, allerdings eine andere Gewichtung der einzelnen Aktientitel vornehmen. Handelt es sich zum Beispiel um einen Smart Beta-ETF mit dem DAX-Index als Basis, müssten die einzelne Aktienwerte nicht in der Gewichtung gekauft werden, wie sie im DAX vertreten sind, sondern der Fondsmanager könnte eine abweichende Selektion nach eigenem Ermessen vornehmen.

Auf der anderen Seite kann man mit den neuen Smart Beta-ETFs durch Auswahl von Aktien praktisch einen eigenen Index schaffen. Bei einem solchen Index könnte ein bekannter Marktindex, beispielsweise der S&P 500, als Grundlage genommen werden. Der Indexfonds bildet allerdings diesen US-amerikanischen Aktienindex nicht 1:1 ab, sondern pickt sich ausschließlich die nach Auffassung der Fondsmanager unterbewerteten Aktien heraus. So würde quasi ein Index im Index entstehen, der den Smart Beta-ETFs als Grundlage dient.

Smart Beta-ETFs – das Beste aus zwei Welten?

Mittlerweile sind diverse Experten davon überzeugt, dass die neuen Smart Beta-ETFs auf Dauer sehr erfolgreich sein können. Dies ist vor allem auf die Mischung zwischen dem bewährten Nachbilden eines Indexes mit der dennoch bestehenden Möglichkeit zurückzuführen, Aktien zumindest hinsichtlich der Gewichtung anders zu selektieren. Vor diesem Hintergrund ist es ein wichtiges Detail, dass sich Smart Beta-ETFs insbesondere auf solche Aktienwerte konzentrieren (wenn ein eigener Index gebildet wird), die bei vielen Anlegern eher als risikoreich gelten, sich allerdings langfristig betrachtet oft besser als wesentlich beliebtere Aktienwerte entwickelt haben. Aus dieser Mischung werden die sogenannten Faktoren bestimmt, die auf bestimmte Berechnungen und Formeln zurückzuführen sind.

Mittels der folgenden Faktoren wird also beim Smart Beta-ETF bestimmt, um welche Art von Unternehmen bzw. Aktien es bei der Auswahl des jeweiligen Indexfonds im Wesentlichen geht:

  • Small-Caps
  • Value
  • Momentum
  • Low Volatility (geringe Schwankungsbreite)

Was diese Faktoren bedeuten, möchten wir an einem Beispiel verdeutlichen, am Faktor Small-Caps. Dabei handelt sich um kleinere Aktiengesellschaften, die im Vergleich zu den Blue Chips, wie den DAX-Werten, risikoreicher sind. Auf der anderen Seite schneiden sie aber langfristig betrachtet häufiger besser ab als die Standardwerte. Wenn man sich für die richtigen Small-Caps entscheidet.

Fazit: Smart Beta-ETFs als interessante Anlage- und Sparalternative

Die neue Entwicklung im Bereich der Indexfonds, die Smart Beta-ETFs, könnten definitiv in den nächsten Jahren eine interessante Anlage- und Sparalternative sein. Bisher gibt es nur wenige Produkte dieser Art. Aber die gewisse Mischung aus aktiv und passiv gemanagten Fonds hat ihren Reiz und sicherlich auch einige Vorteile. Diese Variante ist nicht nur für Anleger interessant. In Kürze wird es aller Voraussicht nach auch einige Smart Beta-ETFs geben, die sich in einen ETF-Sparplan implementieren lassen.

Weiterlesen: Weshalb Anleihen ETFs gerade auch für Privatanleger wieder interessanter werden dürften

(Dieser Artikel dient der Information, er ist keine Kaufempfehlung)

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veröffentlicht von Redaktion

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