Berlin gilt schon länger als eine der anziehendsten Großstädte für Startups in Europa. Deutschlands Hauptstadt ist vergleichsweise günstig und bietet trotz aller Gentrifizierungsansätze immer noch vielen kreativen jungen Leuten eine Heimat. Wired hat die 10 heißesten Startups von Berlin gekürt.

Für viele Berliner waren und sind die jungen, kreativen und hippen Leute, die seit mehreren Jahren in die deutsche Hauptstadt ziehen, gewöhnungsbedürftig. Gerade nach der Maueröffnung vibrierte die Stadt vor Gründergeist und Freigeistern. Zwar sind die Kosten für Miete und Lebensmittel in den vergangenen Jahren kräftig gestiegen. Berlin ist aber immer noch deutlich billiger als Paris oder London.

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Berlin zieht Startups an

Kein Wunder, dass Berlin sich schon recht früh zu einem Hubspot für Startups gemausert hat. Von den 4,6 Milliarden Euro, die Investoren 2018 in junge Firmen in ganz Deutschland steckten, flossen allein 2,6 Milliarden Euro nach Berlin. Nachdem Berlins Startups zunächst besonders erfolgreich im E-Commerce-Bereich unterwegs waren, sind jetzt Adtechs, Fintechs, KI- und Internet-of-Things-Startups (IoT) angesagt.

Das Magazin Wired kürt regelmäßig die 100 heißesten Startups Europas. In einer eigens erstellten Liste nennen die Macher zudem die 10 heißesten Startups von Berlin des Jahres 2019. Die Auswahl ist durchaus diskussionswürdig – aber welche Top-Liste ist das nicht.

Die 10 heißesten Berliner Startups (Reihenfolge ohne Wertung) sind:

  • HelloFresh

2011 gegründet hat der Essenslieferdienst schon fast 55 Millionen Mahlzeiten an zwei Millionen Haushalte weltweit ausgeliefert. Im zweiten Quartal 2019 hat HelloFresh erstmals die Gewinnzone geschafft – und ein EBITDA von 18,3 Millionen Euro erreicht. Der Umsatz kletterte um 37 Prozent auf 437 Millionen Euro. Der Rocket-Internet-Ableger ist schon seit 2017 an der Börse und von den Anlegern gemocht. Ein echtes Startup ist HelloFresh aber damit nicht mehr.

  • Teraki

Die auf die Steigerung der Performance von IoT-Geräten spezialisierte Firma ist ein echtes Startup. Vor wenigen Monaten hat Teraki zwei Millionen Euro von Horizon Ventures eingesammelt. Der Investor ist auch bei Slack und Skype mit an Bord. Teraki will in Zukunft eine Schlüsselkomponente für ein neues Gerät mit KI-Fähigkeiten werden.

  • FreightHub

Nach dem Verkauf von DailyDeal an Google, dessen “Rückgabe” zwei Jahre später und dem Verkauf nach weiteren zwei Jahren haben die Brüder Fabian und Ferry Heilemann sich mit zwei weiteren Gründern zusammengetan und im Frühjahr 2016 FreightHub aus der Taufe gehoben. Das Logistik-Startup hat bisher schon 53 Millionen Euro von Investoren eingesammelt.

  • TIER Mobility

Sie sind nicht bei allen beliebt, spülen ihren Betreibern aber offenbar Geld in die Kasse: Elektro-Tretroller. TIER ist mit seinen E-Tretrollern schon in 36 europäischen Metropolen aktiv. Erst seit Juni dürfen die Gefährte auch in Deutschland auf die Straße. Branchenbeobachtern zufolge wächst TIER schneller als die Konkurrenz wie Bird oder Lime.

Wertvollstes Startup aus Berlin

  • N26

Das nicht unumstrittene Fintech N26 ist nach der jüngsten Finanzierungsrunde in der Höhe von 3,5 Milliarden Dollar im Juli eines der wertvollsten deutschen Startups. Zuletzt expandierte die Banking-App in die USA. In Deutschland steht das junge Unternehmen aber in der Kritik der Finanzaufsicht. Auch der Kundenservice wird bemängelt.

  • Rasa

Ein wahrscheinlich in der breiten Öffentlichkeit wenig bekanntes Startup ist Rasa. Die Firma von Alex Weidauer und Alan Nichol arbeitet an der Infrastruktur für KI-gestützte Sprachassistenten. Von Investoren gab es für Rasa schon 14 Millionen Euro.

  • Relayr

Wie bei HelloFresh handelt es sich eigentlich auch bei Relayr nicht um ein klassisches Startup. Das von Harald Zapp, Jackson Bond, Michael Bommer und Paul Hopton gegründete Unternehmen wurde 2018 von der Munich Re mit einer Bewertung von 300 Millionen Dollar aufgekauft.

  • Ocean Protocol

Auch Ocean Protocol ist schon an der Börse, allerdings erst seit Mai. Das ehemalige Startup ermöglicht sichere verschlüsselte Datenkommunikation, die monetarisiert werden kann. Wired nennt als Beispiel etwa Fahrzeugdaten, die an Versicherungsunternehmen verkauft werden können. Und der Autofahrer profitiert.

  • Peat

Ein offenbar in Berlin besonders sprießender Startup-Sektor ist die Landwirtschaft. Peat etwa verwendet Machine-Learning, um Bauern bei der Pflege ihrer Pflanzen zu unterstützen. Seit 2015 hat das Agtech immerhin 5,6 Millionen Euro in drei Finanzierungsrunden eingenommen.

  • Motor AI

Ebenfalls ein boomender Sektor ist der Bereich KI. Motor AI hat sich dabei auf autonom fahrende Autos spezialisiert. Die Technologie des Unternehmens analysiert stundenlang Videos von Autofahrten, um selbstfahrende Autos bei der Entscheidungsfindung in seltenen Fahrsituationen anzuleiten.

Unbedingt weiterlesen: Was macht ein erfolgreiches Startup aus?

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veröffentlicht von Jörn Brien

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