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Der Traum vom Chef-Sein verfängt in Deutschland immer weniger. Nur noch ein Viertel der Erwerbstätigen hatte 2018 den Wunsch nach beruflicher Selbstständigkeit und wollte ein eigenes Unternehmen gründen. Das hat eine Umfrage der staatlichen Förderbank KfW ergeben.

Den Traum, dem eigenen Unternehmen als Chef vorzustehen, haben so wenige Deutsche wie seit fast zwei Dekaden nicht mehr. Nur noch ein Viertel der Erwerbsbevölkerung wollte laut der KfW-Erhebung im vergangenen Jahr eine eigene Firma gründen. Bei der ersten Erhebung im Jahr 2000 waren es noch 45 Prozent gewesen, wie die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) schreibt.

Unternehmen gründen: Junge sind risikobereiter

Laut der Studie sind dafür vor allem gute Bedingungen am Arbeitsmarkt verantwortlich sowie die allgemein alternde Gesellschaft. Denn junge Menschen sind naturgemäß risikofreudiger. Bei den Unter-30-Jährigen gaben über ein Drittel an, sich eine Selbstständigkeit vorstellen zu können.

Möglich ist aber auch, dass Menschen nach dem Platzen der Dotcom-Blase und der Finanzkrise die Sicherheit einer Festanstellung vorziehen. Die Politik ist jedenfalls wenig begeistert von der sinkenden Bereitschaft, ein Unternehmen zu gründen. Schließlich leide die Wettbewerbsfähigkeit unter dem Fehlen von Gründern. Neugründungen seien Treiber von Innovationen und würden auch den digitalen Wandel befeuern.

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Allerdings gibt der Verband der Gründer und Selbstständigen Deutschland vor allem der Politik die Schuld an dem Rückgang der Bereitschaft zum Gründen. Verbandschef Andreas Lutz sieht laut FAZ eine „Serie gründerfeindlicher Gesetze“. Kritik äußert der Verband nicht zuletzt an der DSGVO-Umsetzung. Diese habe für viel Unsicherheit und bürokratischen Aufwand gesorgt.

Rekordtief: Immer weniger gründen Unternehmen

Laut dem KfW-Gründungsmonitor hat die Zahl der Existenzgründungen im Jahr 2018 einen Tiefstand von 547.000 erreicht – ein Rückgang um zwei Prozent gegenüber dem Jahr zuvor. Allerdings hatten die Rückgänge in den Jahren davor zum Teil zweistellige Raten erreicht. Es könnte also sein, dass das Tal erreicht ist. Sollte sich die wirtschaftliche Lage eintrüben und Arbeitsplätze verlorengehen, wonach es derzeit aussieht, könnte das auch dem Gründungswillen wieder neuen Auftrieb verleihen. Hier ist aber auch die Politik gefragt.

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