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Der Handelskonzern Metro hat seine Supermarkt-Tochter Real verkauft. Neuer Besitzer ist der Investor SCP. Laut Schätzungen sind 10.000 Arbeitsplätze gefährdet.

Metro scheint am Ende froh gewesen zu sein, endlich einen Käufer für seine schwächelnde Supermarktkette Real gefunden zu haben. Denn statt der erhofften halben Milliarde erlöste der Handelsriese „nur“ rund 300 Millionen Euro, wie bild.de berichtet. Der Investor SCP mit Sitz in Luxemburg übernimmt für diese Summe die 276 Real-Standorte, das Digitalgeschäft – dazu gehört der Online-Marktplatz real.de – sowie 80 Immobilien und weitere Gesellschaften.

Real-Verkauf: 10.000 Arbeitsplätze gefährdet

Die aktuell 34.000 Mitarbeiter übernimmt SCP zunächst zu den derzeitigen Konditionen. Allerdings stehen wohl 30 Filialen vor dem endgültigen Aus. Der Investor hat sich laut Metro-Chef Olaf Koch verpflichtet, rund 50 Filialen für mindestens zwei Jahre zu erhalten. Der Löwenanteil der übernommenen Filialen soll nach Abschluss der Übernahme an die Konkurrenz um Kaufland, Edeka oder Rewe gehen. 10.000 Arbeitsplätze wackeln Schätzungen zufolge. Allerdings muss das Kartellamt die Übernahme noch genehmigen.

Zuletzt hatte Metro mit Real tiefrote Zahlen eingefahren. Beobachter erklären die Schieflage mit veränderten Einkaufsgewohnheiten. Die Real-Märkte lägen vor allem außerhalb der Ortschaften – die Kunden kaufen aber mittlerweile lieber bei Supermärkten und Discountern direkt in ihren Wohngegenden ein. Schon 2018 hatte Metro daher angekündigt, Real loswerden zu wollen. Der Konzern, so hieß es, wolle sich stärker auf das eigene Großhandelsgeschäft konzentrieren.

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Dazu Metro-Chef Koch in einer entsprechenden Mitteilung: „Auf dem Weg der Metro zum reinen Großhändler stellt die Veräußerung von Real die letzte große Portfoliotransaktion dar, nachdem wir zuvor Galeria Kaufhof verkauft und uns von MediaMarkt und Saturn getrennt haben. Jetzt kann sich Metro vollständig auf das Kerngeschäft konzentrieren“.

Marktkonzentration: Wackelt die Übernahme?

Einen Käufer zu finden, hatte sich aber als schwierig erwiesen. Das lag laut Bild-Zeitung auch daran, dass der Lebensmittelhandel sich zuletzt auf die vier großen Konzerne Edeka, Rewe, Aldi und Lidl (Schwarz-Gruppe) konzentriert hat. Daher ist wohl auch nicht abgemacht, dass das Kartellamt seine Zustimmung zur Real-Übernahme gibt. Schließlich sollen viele Märkte ja an die vier dominierenden Branchengrößen gehen.

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veröffentlicht von Jörn

Jörn Brien ist Chefredakteur und Betreiber von Die Wirtschaftsnews – deinem Ratgeber für Aktien und Kryptowährungen. Der Journalist arbeitet(e) für verschiedene namhafte Publikationen in Deutschland und Österreich, darunter Golem, Kurier, t3n, e-media, Futurezone und pressetext. Darüber hinaus betreibt er den Online-Buchshop Meine Buchhandlung Wien und mehrere Facebook-Gruppen sowie Blogs.

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