Die Frage, welcher Broker der beste und passendste ist, wird häufig gestellt. Dazu gibt es im Netz Millionen von Suchanfragen. Sicherlich ist diese Frage legitim, es wäre aber falsch zu glauben, dass es eine pauschale Antwort gibt.

Alle Broker-Plattformen bieten Vor- und Nachteile, auch das subjektive Empfinden eines Forex-Traders kann vom anderen abweichen. Dennoch gibt es für Daytrader durchaus einige Anhaltspunkte, die bei der Auswahl des richtigen Brokers beachtet werden sollten. Viele nehmen den Spread als wichtigsten Maßstab für die Beurteilung.

Für den Broker handelt es sich dabei natürlich um die Haupteinnahmequelle. Die Spread-Höhe hängt maßgeblich auch von der Liquidität des gewählten Währungspaares ab. Als Anhaltspunkt gilt hier, das der Spread bei den Majors nicht höher sein sollte als zwei bis zu drei Pips.

Broker-Suche – Nicht nur die Spreads sollten entscheiden

Besonders interessant ist die Spread-Erweiterung (Slippage), die bei recht volatilen Handelszeiten zum Tragen kommen kann.

  • Spreads
  • Ordergebühren?
  • Rollover/Swaps
  • Wo sitzt der Broker?
  • Wie ist mein Geld abgesichert?
  • Welche Support-Sprachen werden angeboten?
  • Welche Handelsplattform besteht?
  • Erfahrungen anderer Nutzer?

Wer aggressiv handeln will, also auch mit kleinsten Bewegungen, benötigt natürlich niedrige Spreads. Daneben ist zu beobachten, dass immer mehr Broker auch Ordergebühren nutzen. Manchmal werden auch Positionen über Nacht gehalten, dann fallen die Finanzierungsgebühren der Broker in Form von Rollover/Swaps an.

Zu beachten ist, dass je nach gehandeltem Instrument und ob Short oder Long gegangen wurde, die Gebühr entweder als negativer Swap berechnet wird oder als positiver Swap (=Zinsgutschrift).

Welche Arten von Brokern gibt es eigentlich?

Anfänger werden sich mit dieser Frage kaum beschäftigen. Sie stoßen bei ihrer Recherche im Netz vor allem auf Vergleichslisten und Testberichte. Die sind sicherlich hilfreich, gehen jedoch in der Regel nicht auf die unterschiedlichen Arten von Brokern ein. Aber genau das kann durchaus relevant sein. Daher folgt eine kurze Übersicht, um die einzelnen Begriffe zu klären.

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Market Marker Broker:
Praktisch die größten Broker, die die White Label Partner als Kunden haben. Der Market Marker wickelt die Geschäfte der White Label Broker ab.

White Label Broker:
Nutzt die Infrastruktur (auch Handelsplattform) des Market Marker und lässt dort die Geschäfte abwickeln. In der Regel ist das aber auf den ersten Blick nicht erkennbar. Die Handelsplattform wird meistens gebrandet, damit der Trader einen White Label Partner nicht erkennt.

Introducing Broker:
Steht ganz unten in der Rangliste. Seine Aufgabe lässt sich einfach erklären. Er führt den beiden anderen die Kunden zu und betreut diese unter seinem Namen.

Wo soll der Broker seinen Sitz haben?

Für alle, die etwa in Deutschland leben, kann diese Frage steuerlich entscheidend sein. Wer einen Broker mit Sitz in Deutschland nutzt, für den bedeutet das Folgendes: Mit jedem Gewinn wird die Abgeltungssteuer (25 Prozent plus Kirchensteuer) automatisch an das Finanzamt abgeführt. Das kann Arbeit ersparen, wäre die Logik dahinter. Das bedeutet aber auch, dass Verluste, die ja steuerlich geltend gemacht werden können, später in der jährlichen Steuererklärung mühsam kalkuliert werden müssen.

Bei einem ausländischen Broker hingegen, erfolgt kein automatischer Abzug. Das erleichtert unter Umständen den Abzug der Verluste und lässt so mehr Liquidität beim Handeln (da die 25 Prozent ja nicht automatisch abgezogen werden).

Sitzt der Broker im Ausland, stellt sich aber eine weitere, sehr wichtige Frage. Was ist mit meinem Geld? Gibt es in dem Land einen Einlagensicherungsfonds? Wie ist meine Einzahlung, mein Kapital dort abgesichert? Zusätzlich stellt sich die Frage, welche Support-Sprachen der ausländische Broker anbietet. Besonders Einsteiger, die mit den Fachbegriffen und dem Finanz-Englisch nicht vertraut sind, sollten deshalb darauf achten, dass es mehrere Sprachen gibt.

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Hat mein Broker eine Banklizenz?

Ob ein deutscher Broker oder jene in einem anderen EU-Land über den Einlagensicherungsfonds abgesichert sind, hängt auch davon ab, ob eine Banklizenz vorhanden ist. Denn nur mit dieser Lizenz springt der Einlagensicherungsfonds bei einer Insolvenz ein.

Die Handelsplattform

Für die meisten Trader ist die Handelsplattform ein wichtiger Punkt. Viele handeln schon seit Jahren auf ein und derselben Plattform. Wie schnell erfolgt die Ausführung der Order (sollte nicht mehr als eine Sekunde sein!), welche Bedienbarkeit besteht, wie gut ist die Plattform für die mobile Anwendung geeignet?

Einige Broker bieten eine browserbasierte, andere eine hardwarebasierte Plattform (häufig sind auch Kombinationen zu finden). Der Unterschied ist leicht erklärt. Eine browserbasierte Plattform lässt sich weltweit von jedem Internetanschluss aufrufen. Sicherer und leistungsfähiger sind aber in der Regel die hardwarebasierten, bei denen man zuvor eine Software installieren muss.

Nutzererfahrungen

Zuletzt empfiehlt sich, ein Blick auf die Nutzererfahrungen zu werfen. Aber Vorsicht! Die meisten Broker haben diesen Punkt für sich entdeckt und die Suchergebnisse bei Google stark manipuliert. Wer nach Nutzererfahrungen für einen Broker sucht, wird auf den ersten 10 – 20 Seiten nur Broker und gewerbliche Seiten finden. Viele davon sind so gut aufgebaut, das man zunächst meinen könnte, es handelt sich um reelle Erfahrungsberichte. Das Gegenteil ist meistens der Fall.

Tipp: Schauen Sie bei den Erfahrungsberichten sehr genau hin. Hilfreicher sind meistens spezielle Forex-Foren und Gruppen, in denen Erfahrungen mit den unterschiedlichsten Brokern immer wieder angesprochen werden.

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veröffentlicht von Redaktion

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