Jeffrey Preston, genannt Jeff, Bezos, geboren am 12. Januar 1964 in New Mexico, ist Investor und Unternehmer. Bezos ist der Gründer, Präsident, Chairman und CEO von Amazon. Doch das Multitalent befasst sich nicht nur mit dem Online-Versandhaus. Bezos schießt Raketen ins All, mischt als Filmproduzent mit und errichtet Supermärkte ohne Kassen.

Jeff Bezos ist der reichste Mann der Welt

Februar 2017. Jeff Bezos lässt sich die Oscar-Verleihung nicht entgehen. Er trägt einen schwarzen Smoking, sitzt zwischen den Weltstars und lauscht den Worten des Moderators Jimmy Kimmel, der darüber berichtet, dass erstmals auch Amazon-Filme für den Oscar nominiert seien. Am Ende gab es drei Oscars für Amazon. Zwei Oscars erhielt “Manchester by the Sea”, ein Oscar ging an “The Salesman”.

Jeff Bezos, der heute 55-jährige Unternehmer, ist in Hollywood mittlerweile genauso daheim wie im Weltall. Vor 25 Jahren war Bezos noch mit dem Online-Buchhandel beschäftigt, der in seiner Garage abgewickelt wurde. Heute ist Bezos einer der erfolgreichsten Unternehmer in den USA. Er ist heute so reich, dass er sich Weltraumprojekte leisten kann, die – so seine eigenen Angaben – im Jahr 1 Milliarde Dollar kosten.

Reicher als Bezos, der aktuell (Stand: März 2020) ein Vermögen von rund 106 Milliarden Dollar hat, ist niemand mehr. Und das, nachdem seine Frau MacKenzie nach der Scheidung einen ordentlichen Teil des Vermögens bekam. Der Grund für den Reichtum Bezos’? Der rasante Aktiengewinn seines Unternehmens Amazon. Das Online-Versandhaus hat aktuell einen Börsenwert von 850 Milliarden Dollar. Amazon hatte im September 2018 als nach Apple zweites Unternehmen der Welt einen Börsenwert von über einer Billion US-Dollar erreicht.

Weiterlesen:  Sneaker-Investment als sinnvolle Geldanlage?

Vom Online-Buchhändler zum Milliardär

Zu Beginn wollte Bezos sein Unternehmen “Relentless” (“unerbittlich”) nennen. Selbst die Internetadresse (relentless.com) hatte er bereits gesichert. Heute leitet man auf die Seite von Amazon um. “Unerbittlich” – das passt eigentlich zu Bezos, der zwar freundlich wirkt und ein schallendes Lachen hat. Der aber für seine Besessenheit bekannt ist, wenn es um den Erfolg und das Erreichen seiner Ziele geht.

Man hat Bezos immer wieder vorgeworfen, er zerstöre traditionelle Händler, nehme die Lieferanten aus und zahle zu geringe Steuern. Natürlich gibt es auch immer wieder kritische Stimmen, wenn das Thema “Arbeitsbedingungen” auf den Tisch kommt. Die Mitarbeiter der deutschen Tochtergesellschaft streikten regelmäßig. In den USA gab es bereits einen Bericht in der “New York Times” – es sei ein “harsches Betriebsklima”. Es komme auch schon einmal vor, “dass die Mitarbeiter weinend vor ihren Computern sitzen”.

Vielleicht sind “reale Menschen”, die als Mitarbeiter fungieren, aber bald kein Thema mehr. Bezos will Roboter in den Verteilzentren und Drohnen, die die Waren ausliefern. Zudem hat der Unternehmer mit Amazon Go schon Supermärkte eröffnet, in denen es keine Kassen mehr gibt. Auch wenn die Angestellten wohl keine Freude an Bezos’ Ideen haben, so sind die Kunden restlos begeistert. Sie werden mit Niedrigpreisen und einer großzügigen Rückgabepolitik verwöhnt.

Jeff Bezos ist ein “Visionär”

Der Amazon-Gründer ist ein Visionär, der relativ schnell das Potential des Online-Handels erkannt hat. Es war im Jahr 1994, als er eine Statistik mit Zuwachsraten in der Internetnutzung erhielt und sicher war, von diesem “Trend” profitieren zu können. Er entschied sich für den Online-Buchhandel, kündigte seinen damaligen Job als Computerspezialist und gründete Amazon. Drei Jahre später ging Amazon an die Börse.

Weiterlesen:  Amazon: Produkte des Konzerns oft teurer als Waren der Marketplace-Händler

1999 gab es erste kritische Stimmen und düstere Zukunftsprognosen. “Barron’s”, eine renommierte Wirtschaftszeitung, sprach von der “Amazon.bomb”. Jedoch stürzte Amazon nicht ab. Bezos weitete das Sortiment aus und schuf einen Universal-Laden, in dem es wohl alle Produkte der Welt gibt. Ob Spielzeug, Bekleidung, Fernseher, Lebensmittel oder Möbel. Wer auf der Suche nach einem Produkt ist, ruft meist zuerst die Seite von Amazon auf.

Doch Amazon sollte kein gewöhnlicher Vertriebskanal bleiben. So entwickelte der Konzern mit dem Kindle, ein digitales Lesegerät. Am Ende war der Kindle und das dahinterstehende E-Book-System für den Durchbruch der elektronischen Bücher mitverantwortlich.

Heute gibt es das digitale Assistenzsystem Alexa, das bereits zum Verkaufsschlager mutierte. Zudem gibt sich Bezos nicht mit Online-Bibliotheken von Filmen und Shows zufrieden, sondern lässt Amazon auch eigene Serien und Filme produzieren. Auch die Kunden können sich entscheiden, ob sie ein Teil des Systems werden wollen. Prime, ein kostenpflichtiges Versandangebot, ermöglicht nicht nur kostenlosen Versand, sondern auch den Zugriff auf die Filme und Serien. Auch Rechte an der Übertragung von Sportevents wie Fußball, hat sich Amazon gesichert.

Es gab auch Niederlagen

Funktionieren tatsächlich alle Geschäftsideen, die von Bezos aufgegriffen werden? Nein. Der Unternehmer musste auch ein paar (wenige) Niederlagen einstecken. Der Lebensmittelladen funktionierte nicht so reibungslos wie gedacht. Die Technik war offenbar derart anfällig für Fehler, dass die geplante Eröffnung verschoben werden musste. Einen weiteren Flop leistete er sich mit der Einführung des hauseigenen Smartphones.

Doch derartige Rückschläge beeindrucken den Unternehmer nicht. Er weiß, dass er sich Misserfolge leisten darf. Zudem gibt es viele andere Projekte, sodass wohl Bezos auch keine Zeit hat, über Flops nachzudenken. So will Bezos nicht nur Kurztrips ins All anbieten, sondern auch Wohnungen und Arbeitsplätze schaffen, die im Weltall zur Verfügung stehen.

Weiterlesen:  100 Jahre Goldfixing: So wird der Goldpreis festgelegt

Die private Seite

Jeff Bezos war bis Sommer 2019 mit MacKenzie Bezos verheiratet. Er hat vier Kinder – drei leibliche Söhne und eine adoptierte Tochter. Er ist Star-Trek-Fan und war 2016 auch in Star Trek Beyond zu sehen. 2007 unterstützte Bezos das Projekt The Clock of the Long Now mit rund 42 Millionen US-Dollar. 2012 investierte er 2,5 Millionen US-Dollar in eine Kampagne zur Öffnung der gleichgeschlechtlichen Ehe. Immer wieder kritisieren ihn aber Medien und Experten für sein Verhalten in puncto Konzernsteuern.

Auszeichnungen

Das Time Magazin wählte Jeff Bezos 1999 zur “Person of the Year”. 2012 wurde er von Fortune zum Geschäftsmann des Jahres ernannt. Im selben Jahr wählte man ihn in die American Academy of Arts und Sciences. 2015 wählte Juniper Research Bezos auf Platz 8 der “Top Tech Leader 2015”. Ende 2019 ernannte CNBC den Amazon-Boss zum “beeindruckendsten Unternehmer des Jahrzehnts”.

Ebenfalls interessant: Die Erfolgsgeschichte Amazon – Vom Buchhändler zum Weltmarktführer

Anzeige

veröffentlicht von Simon

8 Comments

  1. […] entwickeln – die Amazon-Aktie knackte zudem im Jahr 2017 erstmals die 1.000 US Dollar-Marke. Jeff Bezos, Gründer und Chef des US-Unternehmens, wurde zwar lange Zeit für seine Strategie kritisiert, hat […]

    Antworten

  2. Duell in der Wüste: Amazons Alexa gegen Google Assistant auf der CES - Die Wirtschaftsnews 8. Januar 2018 at 15:15

    […] Die diesjährige Technik-Messe CES wird zur Kampfarena digitaler Sprachassistenten. Vor allem Amazon und Google liefern sich einen Showdown. Amazons Assistentin Alexa setzt ihre rasante Expansion auf […]

    Antworten

  3. […] vertriebenen Medien unter seinem Einfluss. Durch seine Karriere als Medienmogul wurde Murdoch zum Multi-Milliardär und besitzt etwa 13 Milliarden […]

    Antworten

  4. Scholz' neues G20-Abenteuer und Apples Steuertricks - Die Wirtschaftsnews 16. März 2018 at 12:20

    […] geführt. Das Durchschnittsvermögen beträgt 4,1 Milliarden Dollar – neuer Bestwert. Amazon-Gründer Jeff Bezos ist mit 112 Milliarden Dollar […]

    Antworten

  5. Trump holt zum Schlag gegen Amazon aus - Die Wirtschaftsnews 29. März 2018 at 23:00

    […] werteten die Breitseite gegen Amazon auch als Teil einer persönlichen Fehde Trumps mit Konzernchef Jeff Bezos. Dieser ist auch Inhaber der Trump-kritischen Zeitung «Washington […]

    Antworten

  6. […] der vergangenen Woche hatte Amazon-Gründer Jeff Bezos schon Aktien im Wert von rund 1,8 Milliarden Dollar verkauft. Am Montag wurde bekannt, dass Bezos […]

    Antworten

  7. […] etwas mit dem Online-Handel zu tun haben. Ein Paradebeispiel ist jetzt die Tatsache, dass sich der Bezos-Konzern jetzt die Übertragungsrechte für die Fußball Champions League gesichert […]

    Antworten

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.