Die anhaltende Niedrigzinsphase ist für deutschen Banken und Sparkassen eine große Herausforderung, wie der aktuelle Stresstest von Bundesbank und Bafin ergeben hat. Ein Rückgang der Rentabilität sei “sehr wahrscheinlich”. Die Negativzinsen könnten bald auch kleinere Sparer treffen.

In ihrem Stresstest 2019 zur Rentabilität kleiner und mittelgroßer Banken und Sparkassen in Deutschland haben die Deutsche Bundesbank und die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) ein gemischtes Bild gezeichnet. Demnach sei ein weiterer Rückgang der Rentabilität wahrscheinlich. Die Finanzexperten gehen von einem anhaltenden historisch niedrigen Zinsniveau aus.

Die sogenannte harte Kernkapitalquote hat sich dem Stresstest zufolge um 3,5 Prozentpunkte verschlechtert. Aber: Die deutschen Institute seien im Durchschnitt auch im Stressfall solide kapitalisiert, wie der Bafin-Exekutivdirektor für Bankenaufsicht Raimund Röseler versichert.

Negativzinsen für private Sparer, bald auch für kleine?

Die von den Banken ergriffenen Maßnahmen zur Verbesserung der Rentabilität könnten aber bald auch einfache Sparer und Bankkunden treffen. Denn, so Bundesbankvorstand Joachim Wuermeling: “Banken ziehen in ihren Planrechnungen vermehrt auch eine mögliche Weitergabe negativer Zinsen an Kunden in Betracht”. Das betreffe zunächst zwar vor allem Geschäftskunden und vermögende Privatkunden. Sollten die Zinsen aber weiter gesenkt werden, dürfte die Hemmschwelle aber sinken.

Der Befragung der Finanzinstitute zufolge wollen derzeit 42 Prozent der befragten Banken negative Zinsen weitergeben, nur neun Prozent aber auch an Privatkunden. Sollte das Zinsniveau aber um einen weiteren Prozentpunkt absinken, wären für jede zweite Bank Negativzinsen auch für Privatkunden denkbar. Zumal rund die Hälfte der Kreditinstitute bei ihren Ertragsplanungen mit steigenden Zinsen geplant haben. Das sei “zu optimistisch geplant”, warnten die Bankenaufseher.

Politik diskutiert Teilverbot von Negativzinsen

Laut Handelsblatt hatten die drohenden Negativzinsen für Privatkunden schon in den vergangenen Wochen die Politik auf den Plan gerufen. So hatte sich Bayerns Ministerpräsident Söder für ein Verbot solche negativen Zinsen für kleine Sparer stark gemacht. Eine solche Option werde demnach von Bundesfinanzminister Olaf Scholz geprüft. Angesichts des möglichen weiteren wirtschaftlichen Drucks ist ein solches Verbot aber sicher kaum durchzusetzen.

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veröffentlicht von Redaktion

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  1. […] von 0,5 Prozent, den sie bei der EZB für dort geparkte Spareinlagen abdrücken müssen, an ihre Kunden weiter. Dem Vergleichsportal Verivox zufolge gibt es in Deutschland schon 40 Banken und Institute, die […]

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