Paul R. Milgrom und Robert B. Wilson, ihres Zeichens Professoren an der renommierten Stanford University, haben den Wirtschaftsnobelpreis verliehen bekommen. Ihre Arbeit ermögliche es, neue Versteigerungsformate für bis dato schwer verkaufbare Produkte zu schaffen. Dazu gehörten etwa Radiofrequenzen, wie die Königlich Schwedische Akademie der Wissenschaften in Stockholm am Montagmittag bekanntgab.

Versteigerungen sind ein wesentlicher Faktor für das Wirtschaftsleben. Manche Dienstleistungen oder Waren wie Radiofrequenzen dürften aber ohne die Arbeit der beiden Auktionsforscher Milgrom und Wilson nur schwer an Mann und Frau zu bringen sein. Entsprechend hoch schätzt das Komitee für den Wirtschaftsnobelpreis die Forschung zum Thema Auktionen ein. Für die beiden Stanford-Professoren gab es daher 2020 die Auszeichnung und damit verbunden 10 Millionen schwedische Kronen (knapp 1 Million Euro).

Auktionstheorie über Preise bei Versteigerungen

Wilson hatte in den 1990er-Jahren eine Auktionstheorie entwickelt, bei der es um Objekte mit einem gemeinsamen Wert geht. Dieser Wert ist zunächst ungewiss, dann aber für alle gleich, wie ORF.at schreibt. Letztlich legte Wilson dar, warum Bieter dazu tendieren, ihre Angebote unterhalb der eigenen Einschätzung zu setzen. Sie fürchten, einen zu hohen Preis bei Versteigerungen zu zahlen, wie es in der Begründung der Preisrichter heißt.

Milgrom wiederum entwarf eine allgemeine Auktionstheorie, die sich auf gemeinsame und private, unterschiedliche Werte bezieht. Dabei nahm Milgrom verschiedene Bietstrategien unter die Lupe. Seine Schlussfolgerung: Anbieter können einen höheren Preis erzielen, wenn die Bieter während der Auktion mehr über die Einschätzungen der anderen Bieter erfahren.

Schwedische Reichsbank stiftet Wirtschaftsnobelpreis

Der Wirtschaftsnobelpreis ist keiner der klassischen von Alfred Nobel gestifteten Preise. Seit 1968 stiftet ihn die schwedische Reichsbank. Entsprechend trägt er auch den Titel „Preis der Schwedischen Reichsbank für Wirtschaftswissenschaften in Gedenken an Alfred Nobel“. Aber die Preisträger erhalten ihn gemeinsam mit den anderen Preisträgern am 10. Dezember, dem Todestag Nobels. 2019 ging der Wirtschaftsnobelpreis an die Ökonomen Esther Duflo, Abhijit Banerjee und Michael Kremer.

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veröffentlicht von Jörn Brien

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