Die E-Learning-Plattform Masterplan hat das Lernverhalten von 200.000 Nutzern in über 200 deutschen Unternehmen ausgewertet.

  • Spezialthemen wie “Objective & Key Results” (OKR) und “Minimum Viable Product” (MVP) waren überraschend stark nachgefragt
  • Trotz Corona: Kurse zu Home Office und “New Work” nur im Mittelfeld
  • Digitale Geschäftsmodelle und Plattform-Ökonomie weiterhin die dominierenden Themen

Zu welchen digitalen Themen wurden dieses Jahr in deutschen Unternehmen die meisten Online-Kurse belegt? Die Fortbildungsplattform Masterplan.com hat das Lernverhalten von 200.000 Mitarbeitern in über 200 deutschen Unternehmen – darunter Otto, VW, EON und Beiersdorf – anonymisiert ausgewertet und erstmals veröffentlicht. Gründer Stefan Peukert erklärt, warum Plattform-Ökonomie immer noch ein so nachgefragtes Thema ist, warum trotz Corona der Home Office-Kurs nur im Mittelfeld lag und warum Spezialthemen wie OKR und MVP so stark abschnitten.

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Redaktion: Im Corona-Jahr 2020 haben viele Unternehmen ihre Mitarbeiter plötzlich ins Home Office geschickt. Für viel Teams war es eine riesige Umstellung, sich daheim zu organisieren, zu motivieren und mit den Kollegen zu vernetzen. Warum waren die Home Office Kurse nicht noch viel nachgefragter?

Stefan Peukert: Home Office ist generell ein Thema, in dem die Selbstwahrnehmung von der Fremdwahrnehmung abweicht. Das zeigt sich zum Beispiel daran, dass Unternehmen und Personalleiter in Umfragen eher befürchten, dass die Produktivität im Home Office abnimmt, während die Arbeitnehmer über sich selbst aussagen, dass sie produktiver von Zuhause aus arbeiten. Ich denke, prinzipiell ist die Umstellung für die meisten Unternehmen sehr erfolgreich gelaufen. Trotzdem darf man sich ruhig öft einmal fragen: Komm ich immer pünktlich und gut vorbereitet in die Videokonferenz herein? Oder: Bekomme ich genauso schnell Antworten auf wichtige Fragen von meinen Kollegen wie am Arbeitsplatz? Solche Fragen beantwortet man ja eher ungern mit einem Nein. Und deshalb werden diese Kurse gelegentlich vielleicht als weniger relevant empfunden. Dabei ist es ganz normal, dass man die Organisation der eigenen Arbeit immer noch ein Stück verbessern kann. Mir persönlich ging es übrigens ganz ähnlich: Es fiel mir nicht ganz einfach zuzugeben, dass ich ab und an daheim vielleicht nicht ganz so fokussiert arbeite und mir ein paar Motivations- und Produktivitätshebel helfen würden.
Vor allem aber sind wir davon überzeugt, dass wir erst am Anfang von “New Work” stehen: Die meisten Unternehmen sagen, dass sie das Home Office auch nach Corona öfter anbieten wollen. Deshalb glaube ich, dass wir mit diesen Kursen neue “Evergreens” geschaffen haben, die mit der Zeit an Popularität eher zu- statt abnehmen.

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Redaktion: Warum wurden “Spezialthemen” wie “Objective & Key Results” (OKR) und “Minimum Viable Product” (MVP) so oft belegt, während ein Thema wie “Recht im Internet”, das uns alle auch als Privatpersonen angeht, weit dahinter lag?

Bei “Objective & Key Results” geht es ja um kein kleines Spezialthema, sondern um eins, in dem wir als Deutsche oft immer noch nicht so gut sind: Eine mutige und langfristige Unternehmensvision in anfassbare Ziele für jeden Mitarbeiter und für jeden Tag zu übersetzen. Ich denke, das wäre auf jeden Fall hilfreich für viele Unternehmen und für die allermeisten Mitarbeiter. Andererseits hat sicherlich auch die Buzzword-Ökonomie damit zu tun: Irgendwoher hat man die Begriffe “OKR” und “MVP” schon gehört, und das nächste mal möchte man mitreden können. Das ist auch nicht unbedingt schlecht so. Denn hinter vielen Buzzwords stecken gute und wichtige Ideen und Methoden: Zum Beispiel, wie ich schneller als bisher neue Produkte oder Dienstleistungen auf den Markt bringen und dynamisch entlang von Kundenbedürfnissen weiterentwickeln kann (“Minimum Viable Product”).

Redaktion: Was macht die Themen “Digitale Geschäftsmodelle” und “Plattform-Ökonomie” so relevant für deutsche Unternehmen?

Stefan Peukert: In den Vereinigten Staaten und China haben Unternehmen wie Amazon oder Tencent bereits ein großes Gewicht in der Wirtschaft. Das sind heute globale, tonangebende Konzerne, die ihr Geschäft von Geburt an digital betrieben haben und in so diversen Märkten wie Entertainment, Finanzdienstleistungen, Online-Handel, IT-Dienstleistungen gleichzeitig aktiv sind. In Deutschland gibt es so etwas gar nicht. Die wenigen bedeutenden deutschen Internetriesen wie Zalando oder Delivery Hero sind immer noch sehr stark auf eine Branche spezialisiert. Es gibt erste zaghafte Versuche: Die erfolgreichste deutsche Neobank N26 geht nun in die Richtung Plattform. Ansonsten dominiert in Deutschland eine Wirtschaft, die aus der Offline-Welt kommt und ihr Verhältnis zur Digitalisierung erst noch finden muss. Der Maschinen- und Autobau ist dafür ein gutes Beispiel. Während Tesla vom Autohersteller zum Technologiekonzern für nachhaltige Energien wird, trennen sich BMW und Daimler gerade von ihrer Ambition, die Mobilitätsplattform Free Now in ihr Kerngeschäft zu integrieren. Das Feedback aus deutschen Unternehmen ist, dass sie die digital nativen Plattformen aus Amerika und China bewundern und zugleich fürchten. Und genau deshalb gibt es auch ein so großes Interesse daran, diese Ansätze im Detail zu verstehen und anzuwenden. Wenn wir nicht lernen und uns weiterentwickeln, werden wir in der digitalen, global-vernetzten Welt die Abgehängten sein.

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Das Ranking: Die beliebtesten Online-Kurse zur Digitalisierung in 2020

* Prozentualer Anteil der über 200.000 Masterplan.com-Nutzer, die den Online-Kurs im Jahr 2020 belegt haben:

Digitale Geschäftsmodelle: 42,2%*
Dr. Carsten Linz, SAP

Warum dreht sich der Wettbewerb nicht mehr um Angebote, sondern um Geschäftsmodelle? Was sind Produkt-, Plattform-, Projekt-, und Lösungsgeschäftsmodelle? Wie kann das eigene Geschäftsmodell digitalisiert werden?

Plattform-Ökonomie: 40,2%*
Mike Mahlkow, Stripe

Was machen Plattformen anders als Unternehmen mit klassischer Wertschöpfung? Wie können Plattformen so schnell wachsen und erfolgreich werden? Wie können Plattformen ihre ersten Nutzer gewinnen und was ist die “kritische Masse”? Wie generieren Plattformen Umsatz? Wie verändern Plattformen unsere Gesellschaft?

Von Blockchai bis KI – neue Technologien: 39,2%
Christoph Magnussen, Blackboat

Künstliche Intelligenz und Blockchain sind in aller Munde, aber was steckt hinter diesen Buzzwords? Warum ist Virtual Reality für uns relevant und was ist das IoT? Wie kann man diese neuen Technologien miteinander kombinieren?

New Work: Von Home Office bis Agile: 38,6%
Oliver Tuszik, Cisco

Wie gelingt räumlich getrennte Zusammenarbeit? Wie kann ein Unternehmen agiler werden? Warum wird von Mitarbeitern heute mehr Flexibilität eingefordert?

Lean, Scrum, Kaban & Design Thinking – innovative Arbeitsmethoden: 37,7%
Stephan Grabmeier, Kienbaum Consultants

Wie können uns Methoden aus der Produkt- und der Software-Entwicklung helfen, immer besser zu werden? Wie funktioniert Lean Management, Kanban, Scrum und Design Thinking? Und was können wir dabei von Toyota lernen?

MVP – Minimum Viable Product: 34,7%
Chris Philipps

Wir müssen heute schnell darin sein, unsere Ideen und Produkte zu testen. Aber wie schaffen wir etwas, das unsere Kunden lieben, ohne viel Zeit und Geld in die Entwicklung zu stecken? Was ist ein MVP, warum ist es sinnvoll und welche MVP-Ansätze gibt es?

Digital Collaboration: Soziale Netzwerke in Unternehmen: 32,8%
Prof. Dr. Hendrik Send, Humboldt Institut für Internet und Gesellschaft

Spätestens mit WhatsApp und Co. hat sich unsere Kommunikation stark verändert. Aber welchen Einfluss hat die Digitalisierung eigentlich auf unsere Zusammenarbeit im Berufsalltag? Welche Mythen über digitale Kollaborationstools wie Slack & Co. gibt es?

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Objective & Key Results: 31,1%
Max Wittrock, mymuesli

Es gibt so viele Möglichkeiten, Ideen und Aufgaben zu priorisieren – warum ausgerechnet mit dem OKR-System? Wie kann mit OKR jeder Mitarbeiter jeden Tag auf die große Unternehmensvision hinarbeiten? Wo kommt das OKR-System her? Wie kann es umgesetzt werden?

Big Data: 28.7%
Dr. Martin Bierey, Stack Fuel

Wie man Entscheidungen auf Basis empirischer Daten trifft, statt durch verzerrte Erinnerungen: Fünf Merkmale hochwertiger Datensätze. Wie ordnet, analysiert und visualisiert man Daten, um bessere Entscheidungen treffen zu können?

Recht im Internet: 28%
Christian Solmecke, Kanzlei Wilde, Beuger, Solmecke

Meinungsfreiheit vs. rechtswidrige Inhalte: Was darf im Netz veröffentlicht werden und was nicht? Bewertungen, Fans und Meinungen kaufen – ist das erlaubt? Urheberrecht und soziale Netzwerke: wie man Rechtsverstöße vermeidet!

Über Masterplan

Die Lernplattform Masterplan.com macht betriebliche Fortbildung so einfach und motivierend wie niemals zuvor: Bereits über 200 Unternehmen – darunter VW, die Otto-Group, Deutsche Bahn und Siemens – nutzen Masterplan, um ihre beruflichen Weiterbildungsangebote zu digitalisieren.

Bekannt geworden ist Masterplan durch seine Kurse zur Digitalisierung – mit Koryphäen aus der Startup-Szene wie Frank Thelen oder Ralf Schrömgens. Inzwischen ist das Unternehmen eine vollwertigen SaaS-Lernsoftware.

Masterplan hat den Anspruch, die intuitivste und schnellste Benutzeroberfläche anzubieten. Beispielsweise können Unternehmen in wenigen Minuten eigene Inhalte mit Masterplan-Lektionen und mit selbsterstellen Quiz-Elemente kombinieren. Diese interaktiven Lernpfade können dann einzelnen Mitarbeitern individuell zugeordnet und der Lernfortschritt ausgewertet werden.

Die Mission von Masterplan ist es, den permanenten Wandel in Unternehmen als etwas Spannendes und Positives erlebbar zu machen. Dazu Zum , indem es die intuitivste und schnellste Benutzeroberfläche der Lernbranche

Die Serien-Unternehmer Stefan Peukert und Dr. Daniel Schütt gründeten die Plattform 2017 und haben seitdem über 13 Millionen Euro Wagniskapital für ihr B2B EduTech-Startup eingesammelt. Zu den Investoren zählen u. a. Tengelmann Ventures, Ex-Bertelsmann-CEO Gunter Thielen, Kanzler der CODE University Thomas Bachem sowie die RAG-Stiftung, DvH Ventures, und die NRW.BANK. Masterplan.com hat neben dem Hauptsitz in Bochum, weitere Standorte in Berlin und Wien und beschäftigt rund 70 Mitarbeiter.

(Pressemitteilung von Masterplan.com)

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