Im neuen Video “Repair Review: iPhone 12” unterziehen die Experten von iDoc das aktuellste Apple-Modell einem Reparierbarkeits-Check. Dabei ist vor allem interessant, ob Apple frühere Defizite hinsichtlich der Reparierbarkeit im iPhone 12 ausgeglichen hat und wie hoch die Erfolgsaussichten bei einer Reparatur generell sind.

Mit der Repair Review hat das Berliner Unternehmen iDoc einen Reparierbarkeitsindex entwickelt. Mit diesem wird anhand von objektiv nachvollziehbaren Faktoren bewertet, wie durchführbar und erfolgsversprechend die Reparatur eines Smartphones für Hobbybastler und Technik-Fans ist. Dabei werden essentielle Punkte wie Komplexität, Erfolgsaussicht und Ersatzteilverfügbarkeit beleuchtet. Anhand dieser Informationen können sich Reparaturwillige zukünftig noch besser auf eine Reparatur in Eigenregie vorbereiten.

iPhone 12: Apple bleibt typischem Aufbau treu

Beim iPhone 12 bleibt Apple seinem typischen Aufbau in den Grundsätzen treu: Anders als bei anderen Herstellern, wie beispielsweise Samsung, werden Apple-Smartphones über das verklebte Display geöffnet. Neu ist allerdings, dass man die Bildschirmeinheit nun zur linken Seite aufklappen muss, statt wie bisher nach rechts. Die Bildschirmeinheit ist mit insgesamt drei Flexkabeln mit der Platine verbunden. Bemerkbar macht sich vor allem das Kabel der Hörmuschel, welches im iPhone 12 ziemlich kurz geraten ist. Beim Aufklappen hat man nur wenig Spiel, eine versehentliche Beschädigung ist wahrscheinlicher als beim Vorgänger. Wird das Bauteil beschädigt oder ausgetauscht, funktioniert Face ID nicht mehr. In Sachen Reparierbarkeit ist das wirklich ärgerlich. In Einzelfällen lässt sich der Originalzustand des iPhone 12 aufgrund von softwareseitigen Anpassungen also nicht wiederherstellen.

Das Innere des iPhone 12 ähnelt auf den ersten Blick stark seinen Vorgängern: Viele Abdeckbleche und bereits bekannte Komponenten wie die Taptic Engine, Apples Vibrationsmotor, fallen direkt ins Auge. Besonders die Wahl der Schrauben interessierte beim ersten Öffnen des iPhone 12: Hier hatten sich die Experten Neuerungen erhofft. Leider verbaut Apple weiterhin vier verschiedene Schraubenantriebe. Pentalobe-Schrauben sitzen am unteren Gehäuserand, im Inneren befinden sich die weit verbreiteten Phillips-Schrauben, Apple-eigene Y-Type Schrauben sowie Standoff-Schrauben.

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Für eine Reparatur werden also neben einer Grundausstattung an Öffnungs- und Hebelwerkzeugen vier verschiedene Schraubendreher benötigt. Das erhöht den Aufwand für die Reparatur an sich sowie die Ausstattungskosten. Apple hätte mit weniger Schraubentypen ein wichtiges Zeichen für die Reparaturszene gesetzt, die dem Hersteller bislang eher kritisch gegenübersteht. Hinzu kommt die Vielzahl an verschiedenen Schraubenlängen, die im Gerät verwendet wurden. Zwar lassen sich verschraubte Komponenten einfacher lösen als verklebte, allerdings benötigt der Laie für die Reparatur ein gutes Ordnungssystem, um beim Zusammenbau nicht den Überblick zu verlieren.

iPhone 12 Reparierbarkeit: Pluspunkte beim Akku

Pluspunkte bei der Reparierbarkeit sammelt Apple beim Akku: Der ist im Gehäuse verklebt, allerdings sind die Klebestreifen des iPhone 12 von oben erreichbar. Dadurch lassen sie sich einfach aus dem Gerät herausziehen. Die Batterie muss somit nicht umständlich herausgehebelt werden, sondern kann ohne die Gefahr einer Beschädigung aus dem Gerät herausgenommen werden.

Das Zwei-Kamera-System, bestehend aus Ultraweitwinkel- und Weitwinkelkamera, lässt sich ebenfalls gut tauschen. Die beiden Konnektoren der Kamera sind mit einem Abdeckblech gesichert. Einmal gelöst, kann man das Bauteil mit den Fingern herausnehmen. Bei Problemen mit der Dualkamera lässt sich diese also relativ einfach selber tauschen. Dadurch bietet sich für Reparaturfreudige eine preiswerte Alternative zu den gestiegenen Reparaturpreisen von Apple.

Die Einkaufsabteilung von iDoc erwartet wie in den letzten Jahren auch eine zeitnahe Verfügbarkeit von Ersatzteilen. Wie bei früheren Modellen gehen die Experten davon aus, dass neben Display und Akku auch Kleinteile wie Taptic Engine, Dualkamera und Lightning-Anschluss verfügbar sein werden. Dadurch können die meisten Defekte selbstständig behoben werden.

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Fazit

Die häufigsten Reparaturen werden durch ein gebrochenes Display und einen schwachen Akku verursacht. Beide Probleme lassen sich im iPhone 12 relativ gut selbstständig beheben, da die Bauteile gut erreichbar sind. Auch die gute Ersatzteilverfügbarkeit zahlt auf die Reparierbarkeit ein. Allerdings bleiben altbekannte Herausforderungen bestehen: Da durch den Hersteller keine Originalersatzteile zur Verfügung gestellt und nach der Reparatur teilweise Funktionen eingeschränkt werden, lässt sich der Originalzustand des iPhone 12 selbst leider nicht wiederherstellen. Viele unterschiedliche Schrauben und ein übereinander geschichtetes Layout gestalten einige Reparaturen sehr komplex. Überraschungen bleiben beim iPhone 12 also aus.

Da es einige Herausforderungen bei der Reparatur gibt, erreicht das iPhone 12 in der Repair Review von iDoc insgesamt 42 von 100 Punkten. Eine detaillierte Ausführung der Repair Review zum iPhone 12 sowie eine Erklärung zum Bewertungssystem stehen auf der iDoc-Webseite zur Verfügung. Ein Videofazit ist ab sofort auf dem YouTube-Kanal iDoc Europe zu finden. Eigens produzierte Reparaturanleitungen für das iPhone 12 folgen.

(Pressemitteilung von iDoc)

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veröffentlicht von Redaktion

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