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So richtest du dir deinen eigenen Online-Shop ein – und so viel kostet es

Ecwid: Eigener Online-Shop oder PoS-Lösung im Laden. (Foto: tomwieden/Pixabay)

Die Corona-Pandemie hat in Deutschland in den vergangenen Monaten für einen riesigen Schub beim Online-Handel gesorgt. Angesichts des steigenden Infektionsgeschehens und aktuellen sowie erwarteten Einschränkungen dürfte der Trend zum Einkaufen im Internet auch weiterhin anhalten. Ein guter Zeitpunkt zum Einstieg ins E-Commerce-Business – am besten mit einem eigenen Online-Shop.

Die Deutschen sind überwiegend E-Commerce-affin. Fast 80 Prozent der Bundesbürger haben in den vergangenen Monaten online eingekauft. Schaut man sich nur die Internetnutzer an, beträgt bei ihnen der Anteil an Online-Shoppern sogar 95 Prozent. Der Umsatz auf dem deutschen E-Commerce-Markt wird in diesem Jahr laut Statista-Zahlen etwa 110 Milliarden Euro betragen. Pro Nutzer sind das im Schnitt 1.700 Euro. Und das ist erst der Anfang. Für 2025 erwarten Marktbeobachter ein Volumen von 168 Milliarden Euro.

E-Commerce-Plattform mit kostenlosem Einsteiger-Tarif

Kleinere Unternehmen, die noch keinen eigenen Online-Shop haben, oder Privatpersonen, die in den Handel im Internet einsteigen wollen, können auf zahlreiche Lösungen zurückgreifen. Einer der wenigen in Deutschland tätigen Anbieter, die nicht nur einen Gratis-Zeitraum zum Testen ihrer Lösung, sondern gleich einen komplett kostenlosen Tarif anbietet, ist Ecwid (E-Commerce-Widget). Die 2009 gegründete cloudbasierte kalifornische E-Commerce-Plattform ist zuletzt zum Preis von 500 Millionen Dollar von dem kanadischen Konkurrenten Lightspeed übernommen worden. Jetzt agieren die Kalifornier unter dem Namen Ecwid by Lightspeed.

Das soll uns aber nicht weiter stören. Wir schauen uns die Features und Preise der E-Commerce-Lösung einmal genauer an. Mit Ecwid by Lightspeed hat man die Möglichkeit, eine Online-Shop-Integration auf einer schon existierenden Webseite vorzunehmen oder eine neue Verkaufsseite zu starten. Für Anfänger und zum Ausprobieren empfiehlt sich zunächst einmal die Wahl des kostenlosen Einsteiger-Tarifs und die Einrichtung einer neuen Webseite. Es steht aber auch die nahtlose Einbindung auf Facebook oder Instagram sowie Amazon oder eBay zur Verfügung. Dadurch können die Produkte auch dort auf der jeweiligen Firmenpräsenz angeboten und darüber verkauft werden. Das können sowohl physische als auch digitale Güter (mit bis zu 25 Gigabyte) sein.

Übersichtliches Dashboard und Einrichtungsassistent

In dem übersichtlichen Dashboard hilft ein Assistent bei der Einrichtung des Webshops. In der Shop-Verwaltung finden sich Menü-Punkte wie „Verkäufe“, „Produkte“, „Marketing“, „Zahlung“ oder „Versand & Abholung“. Über einen integrierten App-Markt können zusätzliche Tools installiert werden. So steht dort etwa Google Smart Shopping zur Installation bereit. Damit können Produkte auf YouTube oder in der Google-Suche bewerben.

Um Produkte verkaufen zu können, müssen diese natürlich erst einmal ins System eingepflegt werden. Das funktioniert etwa über das einzelne Hinzufügen von Fotos und Informationen. Alternativ kann man auch – etwa über eine CSV-Datei – Artikel importieren. Die Webseite kann man über einen simplen Homepage-Baukasten individualisieren. Texte, Bilder und Videos kann man hier hinzufügen. Letztlich sind die Möglichkeiten aber doch etwas eingeschränkt – was wiederum Einsteigern zugutekommt und einen schnellen Start ermöglicht.

Ecwid-Motto: Überall verkaufen

Anders als bei anderen Online-Shop-Lösungen kann Ecwid übrigens in eine bestehende Website integriert werden. Wer also über eine Online-Präsenz, sei es WordPress, Wix, Weebly, Squarespace oder eine andere Seite verfügt, braucht nur ein paar Zeilen Code einfügen – und kann mit einem eigenen Online-Shop starten.

Ecwid Control Panel

Ecwid Control Panel. (Screenshot: Ecwid bei Lightspeed)

Darüber hinaus kann man mit Ecwid by Lightspeed auch über Social-Media-Plattformen wie Facebook, Pinterest, Instagram, TikTok oder Snapchat verkaufen. Das ist aber noch nicht alles. Auch Marktplätze wie Amazon und eBay gehören zum Angebot. Wer einen physischen Laden hat, kann die Lösung in sein POS integrieren. Und: Eine eigene App sorgt dafür, dass Verkaufen auch von unterwegs möglich ist.

Umfangreich sind die verschiedenen Zahlungsvarianten. Hier kann man zum Beispiel Stripe, Klarna, PayPal oder Kreditkarten wählen. Ebenfalls mit an Bord sind Sofort, Giropay und SEPA. Auch eine Barzahlungsoption ist möglich, wenn man Kunden über den Online-Kauf ins eigene Geschäft locken will. Spannend ist auch die Möglichkeit, im Bereich Versandarten Echtzeit-Versandtarife von der Deutschen Post oder UPS einzustellen.

Wenn es darum geht, mit den Kunden nach dem Bestellvorgang in Kontakt oder über mögliche Änderungen informiert zu bleiben, dann bietet Ecwid by Lightspeed dynamische E-Mails an. Beim Öffnen werden Echtzeit-Informationen geliefert – etwa Aktualisierungen des Bestellstatus oder Mitteilungen über abgebrochene Bestellvorgänge.

Händler- und Kundendaten sind sicher

Dafür, dass Händler- und Kundendaten sicher sind, sorgen laut dem Anbieter HTTPS-Protokolle für Kreditkarten- und Transaktionsdaten. Dabei soll es sich um dieselben Protokolle handeln, die auch von den großen Banken verwendet werden. Zudem ist Ecwid by Lightspeed ein PCI-DSS-zertifizierter Level-1-Service-Provider – ein globaler Sicherheitsstandard für Zahlungsdienstleister und E-Commerce-Firmen.

Die E-Commerce-Plattform wird von Hunderttausenden Händlern in 175 Ländern genutzt. Für deutsche Nutzer steht das Dashboard in deutscher Sprache zur Verfügung. Darüber hinaus ist das Unternehmen DSGVO-konform. Die Rechnungen werden mit entsprechender Mehrwertsteuer ausgestellt. Auch weitere Anforderungen, die das Online-Verkaufen in Deutschland an die Händler stellt, werden mit Ecwid by Lightspeed erfüllt.

Kostenlose Einsteiger-Version – mit Einschränkungen

Kommen wir jetzt noch zu den Preisen. Wie schon geschrieben, ist die Einsteiger-Version (Free) kostenlos. Das Paket erlaubt aber nur den Verkauf von zehn Produkten und hat eine Reihe weiterer Einschränkungen. So kann man im Free-Modus keine digitalen Produkte verkaufen und auch die Integration in andere Plattformen ist nicht möglich.

Letztere Punkte sind in den Modi Venture und Business möglich. Diese sind für 15 beziehungsweise 35 Euro (exklusive Mehrwertsteuer) zu haben. Damit kann man 100 beziehungsweise 2.500 Produkte einstellen. Bei Business gibt es weitere Einstellmöglichkeiten bei den Produkten und Mehrsprachigkeit. Unlimited, für 99 Euro, lässt die Integration einer unbegrenzten Anzahl von Produkten zu. Die Vertragslaufzeit bei den kostenpflichtigen Varianten ist auf einen Monat begrenzt.

Fazit:

Ecwid by Lightspeed ermöglicht die plattformübergreifende Einrichtung eines kostengünstigen und einfach zu bedienenden Online-Shops. Einsteiger können auf eine komplett kostenlose Version zurückgreifen. Die E-Commerce-Lösung lässt sich auf bestehenden Webseiten, Social-Media-Präsenzen oder Online-Marktplätzen sowie in physischen Läden integrieren. Dies und eine Reihe weiterer interessanter Features machen Ecwid by Lightspeed zu einer Lösung, an der man nicht ohne Weiteres vorbeikommt.

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